Oppositionsführer spricht von Manipulation


Bei Protesten gegen die Wahlergebnisse in Kenia ist ein Mensch erschossen worden. In einer Oppositionshochburg im Südwesten des Landes sei es zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften gekommen, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Die Polizei habe das Feuer eröffnet und eine Person erschossen, sagte der lokale Polizeikommandeur Leonard Katana aus dem Wahlkreis South Mugirango.

Kurz vor Ende der Stimmenauszählung nach der Präsidentschaftswahl in Kenia hat Oppositionsführer Raila Odinga behauptet, die Datenbank der Wahlkommission sei gehackt worden. Hacker hätten sich während der Wahlen am Dienstag Zugang zu dem System verschafft und es manipuliert, sagte der Präsidentschaftskandidat am Mittwoch. Woher Odinga diese Informationen hatte, gab er nicht bekannt. Nach Teilergebnissen, die die Wahlkommission veröffentlichte, lag Staatschef Uhuru Kenyatta am Mittwochmorgen mit 54,4 Prozent der Stimmen vorne. Odinga erhielt demnach bislang 44,7 Prozent der rund 14,2 Millionen ausgezählten Stimmen.

„Die Wahlen 2017 waren ein Betrug“, sagte Odinga. Dieser „Angriff auf unsere Demokratie“ habe die Präsidentschaftswahl sowie die Abstimmungen für ein neues Parlament, Gouverneure und Bezirksvertretungen beeinträchtigt, behauptete der 72-Jährige.

Odinga war schon bei der letzten Präsidentschaftswahl 2013 gegen Kenyatta angetreten und behauptete im Anschluss, dass die Wahl gefälscht worden sei. Er griff das Wahlergebnis vor Gericht an, scheiterte aber. Der langgediente Oppositionspolitiker war auch 2007 zur Wahl angetreten. Auf diese folgten Gewaltausbrüche, die von ethnischen Rivalitäten genährt wurden und bei denen mehr als 1000 Menschen starben.