Mehr als 20 Todesopfer bei erneutem Anschlag auf Hotel in Mogadischu

Anschlagsort in Mogadischu

Bei einem islamistischen Anschlag auf ein Hotel in der somalischen Hauptstadt Mogadischu sind mindestens 27 Menschen getötet worden. Attentäter zündeten am Samstag Autobomben vor und nahe dem bei Regierungsmitarbeitern beliebten Hotel. Anschließend verschanzten sie sich in dem Gebäude und lieferten sich ein stundenlanges Feuergefecht mit den Sicherheitskräften. Als Konsequenz aus dem Anschlag entließ die Regierung am Sonntag die Chefs von Polizei und Geheimdienst.

Der somalische Sicherheitsheitsminister Mohamed Abukar Islow verkündete, dass das Kabinett die Entlassung von Geheimdienstchef Abdillahi Mohamed Sanbalooshe und Polizeichef Abdihakim Dahir Said beschlossen habe. Die Personalentscheidung fiel nur gut zwei Wochen nach dem Rücktritt des somalischen Verteidigungsministers und des Armeechefs, die beide keine Gründe für ihren Amtsverzicht mitgeteilt hatten.

Zu dem Anschlag vom Samstag bekannte sich die islamistische Shebab-Miliz. Erst vor zwei Wochen waren bei einem Anschlag mit einem mit Sprengstoff präparierten Lastwagen vor einem Hotel in Mogadischu 358 Menschen getötet und knapp 300 weitere verletzt worden. Zu dem folgenschwersten Anschlag in der Geschichte des ostafrikanischen Landes bekannte sich bisher niemand. Die somalischen Behörden vermuten jedoch, dass er ebenfalls von der Shebab-Miliz verübt wurde.

Die mit Al-Kaida verbündete Miliz kämpft in dem Land am Horn von Afrika seit Jahren gewaltsam für die Errichtung eines islamischen Gottesstaats und hat sich den Sturz der von der internationalen Gemeinschaft unterstützten Regierung zum Ziel gesetzt.

Zwar hatten Truppen der Afrikanischen Union (AU) und der somalischen Armee die Shebab 2011 aus Mogadischu vertrieben. Die bewaffneten Rebellen sind aber weiterhin im Land aktiv. Neben Angriffen auf somalische oder ausländische Militärstützpunkte verüben sie immer wieder auch Anschläge in Mogadischu. Rund 22.000 Soldaten der AU befinden sich zurzeit in Somalia, um die Zentralregierung militärisch zu unterstützen.