Opferverbände fordern von Haager Tribunal Höchststrafe für Ratko Mladic

Das UN-Kriegsverbrechertribunal für Ex-Jugoslawien hat am Mittwoch mit der Urteilsverkündung gegen den ehemaligen bosnisch-serbischen Militärchef Ratko Mladic begonnen. Mladic ist unter anderem wegen Völkermords während des Bosnien-Kriegs angeklagt

Vor der Urteilsverkündung gegen den ehemaligen bosnisch-serbischen Armeechef Ratko Mladic vor dem Haager Kriegsverbrechertribunal haben Opferverbände die Höchststrafe gefordert. Mladic habe als "Krimineller" und "Auftraggeber von Verbrechen" die "höchstmögliche Strafe" in dem Völkermordprozess verdient, sagte die Vize-Vorsitzende des Hinterbliebenen-Verbands Mütter von Srebrenica und Zepa, Kada Hotic, am Montag zu AFP in Sarajevo. Verbands-Präsidentin Munira Subasic forderte, dass Mladic des Völkermordes im Bosnien-Krieg für schuldig befunden wird.

Am Mittwoch will das UN-Kriegsverbrechertribunal für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag sein Urteil gegen Mladic verkünden. Der Präsident des Verbands der Eltern der bei der Belagerung von Sarajevo getöteten Kinder, Fikret Grabovica, äußerte gegenüber AFP die Erwartung, dass Mladic dann in allen elf Anklagepunkten schuldig gesprochen werde. Er rechne mit der Höchststrafe, also einer lebenslangen Freiheitsstrafe, sagte Grabovica.

Mladic war im Mai 2011 nach 16 Jahren auf der Flucht in Serbien festgenommen und an das Tribunal in Den Haag überstellt worden. Er steht wegen Völkermordes, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Bosnien-Krieges zwischen 1992 und 1995 vor dem UN-Gericht.

Insbesondere wird Mladic eine Verantwortung für das Massaker von Srebrenica zur Last gelegt, bei dem im Juli 1995 etwa 8000 muslimische Jungen und Männer ermordet worden waren. Verantworten muss er sich auch für die 44-monatige Belagerung von Sarajevo. Die Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft, die Verteidigung Freispruch.