Opernbaustelle: SPD kritisiert „Terminschieberei“ und berfürchtet weitere Risiken

Der Bühnen-Sprecher hält Risiken durch das Vorziehen von Arbeiten für „beherrschbar“.

Der Weg, den die städtischen Bühnen und ihr technischer Betriebsleiter Bernd Streitberger beschreiten, um die vorerst gescheiterte Sanierung der Oper und des Schauspiels doch noch abzuschließen, birgt nach Ansicht von Bauexperten erhebliche Risiken. Wie aus internen Unterlagen hervorgeht, die dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ vorliegen, haben sich die Verantwortlichen dafür entschieden, den Bauablauf zu beschleunigen, indem sie den bei Bauprojekten üblichen Ablauf verändert haben.

SPD-Fraktionschef Martin Börschel hat nach dem „Stadt-Anzeiger“-Bericht diese Vorgehensweise am Freitag kritisiert. „Das ganze Desaster ist durch ungenügende Planungen in der Anfangsphase des Projekts erst möglich geworden“, sagte er. Nun solle aus Gründen der Zeitersparnis weitergebaut werden, bevor die notwendigen Planungen abgeschlossen seien. „Das macht mich fassungslos“, so Börschel. Streitberger und Oberbürgermeisterin Henriette Reker müssten jetzt unverzüglich Aufklärung leisten und offenlegen, wie es zu der „Terminschieberei“ kommen konnte. Er erneuerte seinen Vorschlag, prüfen zu lassen, was ein Neubau der Oper an anderer Stelle kosten würde. Niemand glaube mehr daran, dass es für die Fertigstellung der Sanierung bei 570 Millionen Euro bleiben werde.

Geplantes Vorgehen birgt hohe Risiken

Um Zeit zu sparen und das Projekt statt bis zum August 2024 bereits bis zum Herbst 2022 fertigstellen zu können, soll bereits nach der Entwurfsplanung die Vergabe an Baufirmen beginnen. Normalerweise geschieht das erst nach der deutlich präziseren Ausführungsplanung. Das Vorgehen der Bühnen kann zu Kostensteigerungen und Bauzeitenverlängerungen führen, wenn nicht alles glatt läuft. Das Projektteam selbst hat diese Risiken in den internen Unterlagen beschrieben.

„Die Wörter »riskant« und »Zeitplan« hören wir im Zusammenhang mit der Oper natürlich überhaupt nicht gern. Dieses Vokabular sollte nach der Neuaufstellung eigentlich der Vergangenheit angehören“, sagte Ralph Elster, kulturpolitischer Sprecher der CDU. Wenn Streitberger und seine Mitarbeiter die Risiken für beherrschbar und geringer hielten als die Chancen durch die Zeitersparnis, nehme die CDU das erstmal zur Kenntnis. Schließlich hätten sie ein Jahr Zeit gehabt, die Baustelle umfassend zu analysieren. „Nach den Erfahrungen aus der Vergangenheit war und ist für uns aber auch klar, dass wir den Bühnen bei jedem Schritt ganz genau auf die Finger schauen“, so Elster.

Bau darf nicht „krampfhaft“ länger dauern

Grünen-Fraktionschefin Kirsten Jahn betonte, dass sie Streitbergers Arbeit für transparent halte. „So schwer es uns fällt, müssen wir darauf vertrauen, dass er uns Zahlen genannt hat, die er für erreichbar hält“, sagte sie. Die Bühnen dürften nicht krampfhaft langsamer bauen. Wenn etwas zügig fertigzustellen sei, müsse das geschehen.

„Ich habe großes Vertrauen in Herrn Streitberger“, sagte FDP-Fraktionschef Ralph Sterck. Gleichwohl müsse der technische Betriebsleiter der Bühnen sein geplantes Vorgehen jetzt in den zuständigen Ratsausschüssen noch einmal transparent erläutern.

Christopher Braun, Sprecher der Bühnensanierung, sagte am Freitag, das Prinzip „Erst planen, dann bauen“ gelte auch weiterhin. Bei den internen Unterlagen – in denen es hieß, von dieser Vorgabe solle abgewichen werden – handele es sich um einen „überholten Arbeitsstand“. Die Risiken, die Rückbauten in der Oper vorzuziehen, seien zudem „beherrschbar“....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta