Open-Air-Ausstellung: So groß können kleine Häuser sein

Quietschgelb: das Tiny Tea House (r.) besteht aus einem alten Silo. Links sehen wir ein Tiny Theater

Je schneller unser Leben in einer globalisierten Welt, desto stärker wird die Sehnsucht nach Reduktion, nach den sogenannten einfachen Dingen – und nach neuen Formen der Gemeinschaft und des Wohnens. Aus diesen Überlegungen heraus kam der junge Berliner Architekt Van Bo Le-Mentzel irgendwann auf die "Tiny Houses" (winzige Häuser), Anfang 2016 gründete er die "Tinyhouse University". Ein buntes Berliner Kollektiv aus Gestaltern, Architekten, Bildungsaktivisten, Querdenkern, Geflüchteten und Minimalisten wie Joachim Klöckner.

"Wir sind keine Hippies, keine Kommunisten und keine Systemrebellen." Van Bo Le-Mentzel findet es wichtig, es gleich zu formulieren. Bekannt wurde er vor einigen Jahren mit seinen "Hartz-IV-Möbeln", die kostengünstig und simpel zusammenzuschrauben sind. Sein Motto: "Konstruieren statt Konsumieren". Davon überzeugen kann man sich derzeit auf dem Bauhaus-Campus, dem Museumsgelände des Bauhaus-Archivs. Dort stehen mehrere unterschiedlich gestaltete mobile "Tiny Houses", wahlweise aus Holz, Aluminium oder aufblasbar wie das "Flower House". Dicht an dicht, mit Basilikum- und Tomatentöpfchen vor der Tür, Holzspielzeug, es gibt Kaffee – und an einem freundlichen Sonnentag wirkt die lebendige Szenerie wie ein Campingausflug mit der Jugendgruppe von einst. Nur: mit dem Prinzip Wohnwagen haben die Berliner Tiny-Housler wenig zu tun.

Sie verstehen sich als Wertegemeinschaft, die Alternativen zum herkömmlichen Wohnen sucht, der "re-use", die Wiederverwendung von Gegenstä...

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