Opel plant Programm für freiwillige Abfindungen

Opel plant nach Informationen der WirtschaftsWoche ein Programm für freiwillige Abfindungen. Wer ab sofort von sich aus geht, kann mit finanziellen Anreizen rechnen – Manager sind jedoch von dem Programm ausgenommen.

Der Autobauer Opel plant ein Programm für freiwillige Abfindungen. Das Programm soll nach Informationen der WirtschaftsWoche ab sofort in Kraft treten. Außerdem soll es einen zusätzlichen finanziellen Anreiz für alle geben, die den Betrieb besonders schnell verlassen. Gedeckelt sein soll das Programm auf maximal 275.000 Euro pro Mitarbeiter. Ausgenommen sind Altersteilzeitler, Senior-Leaver und Azubis. Opel wollte sich dazu nicht äußern.

Inzwischen hat Opel das Abfindungsprogramm bestätigt. „Schritt für Schritt schaffen wir mit Maßnahmen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit eine nachhaltige Zukunft für unser Unternehmen in Deutschland – so wie wir es gegenwärtig in ganz Europa tun“, sagte Opel-Chef Michael Lohscheller in einer Mitteilung. Es bleibe der klare Plan des Unternehmens, betriebsbedingte Kündigungen und Werksschließungen zu vermeiden.

Der überwiegende Teil des Managements ist von dem Programm allerdings ausgeschlossen. So gilt das Angebot nicht für „Executives“, also eine Gruppe von Führungskräften, die einem Insider zufolge mehr als 200 Personen umfasst. Das geht aus einem Dokument Stand 25. März hervor, das der WirtschaftsWoche vorliegt. Teilnehmen können demnach aber bereits Mitarbeiter der „Führungsebene 2“. Generell mitmachen dürfen alle, die am 1. Dezember 2017 in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis mit der Opel Automobile GmbH standen. Für alle gilt jedoch: „Der Aufhebungsvertrag beruht auf einer freiwilligen Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer“, heißt es in dem internen Schreiben. Ab sofort könnten Aufhebungsverträge nach den Regelungen des Sozialplans PACE! und mit vorheriger Zustimmung des Gesamtbetriebsrates abgeschlossen werden.


Berechnet wird die Abfindungssumme laut dem Dokument wie folgt: Alter x Betriebszugehörigkeit x Bruttomonatsentgelt geteilt durch 32. Das Bruttomonatsentgelt ist demnach das „tatsächlich gezahlte Jahresbruttoentgelt ohne Mehrarbeitszuschläge“ oder Aufwandsentschädigen „zum Stichtag 31.12. des jeweiligen Vorjahres dividiert durch 12“. Maximal kann die Abfindung 275.000 Euro betragen. Opel wollte die Informationen nicht kommentieren.

Die Sanierungsgespräche zwischen dem kriselnden Autobauer sowie dem Mutterkonzern PSA auf der einen und den Arbeitnehmervertretern auf der anderen Seite waren zuletzt ins Stocken geraten. Vergangene Woche warf die Opel-Tarifkommission den Managern vor, bestehende Tarifverträge aushöhlen zu wollen. „Wir akzeptieren keine nachgereichten Bedingungen für Verträge, die von PSA anerkannt, übernommen und rechtskräftig sind“, erklärte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Wolfgang Schäfer-Klug in einer Erklärung. Die Belegschaft zahle nicht zweimal für einen Vertrag.

Noch mit dem Alt-Eigentümer General Motors war im vergangenen Jahr für die Mitarbeiter der deutschen Werke ein Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen bis Ende 2018 sowie mehrere Produktionszusagen vereinbart worden, die PSA beim Opel-Kauf im August 2017 übernommen hat.

Im November hatte PSA-Chef Carlos Tavares ein Sanierungsprogramm angekündigt, das ohne Werkschließungen und Entlassungen auskommen soll. Investiert werde aber nur dort, wo die Kosten stimmten, hatte der Portugiese gemeinsam mit Opel-Chef Michael Lohscheller angekündigt. Man sei bei entsprechender Kostenbasis weiterhin zu Investitionen auch an den deutschen Standorten bereit, erklärte am Freitag ein Opel-Sprecher.