Opel Grandland X Hybrid4: Wie man den Plug-in-Hybrid auflädt

feedback@motor1.com (Stefan Leichsenring)
Opel Grandland X Plug-In-Hybrid

Warum man eine 22-kW-Wallbox braucht, um mit 7,4 kW laden zu können

Wer den Fernseher anschaltet, weiß nur selten, wie das Gerät funktioniert, und den thermodynamischen Otto-Kreisprozess im Motor können auch nur Physiker erklären. Man muss nicht alles wissen, was im Auto so vor sich geht, aber manchmal ist es schon interessant. Auf der Fahrveranstaltung zum Opel Grandland X Plug-in-Hybrid haben wir ein paar solche Details erfahren, die wir mit Ihnen teilen wollen. Es geht um das Aufladen des Grandland X Hybrid4.

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Der Opel Grandland X Hybrid4 hat einen Typ-2-Ladeanschluss, keinen CCS-Port. Das heißt, man kann den Grandland X nicht mit Gleichstrom laden. Es fehlen dazu die beiden dicken Pins unter dem siebenpoligen Typ-2-Anschluss.

Opel Grandland X Hybrid4 Ultimate (2020) in Topaz Blau

Typ-2-Anschluss des Grandland CCS-Anschluss des Corsa-e

Opel Corsa-e (2020)

An einer normal abgesicherten Schuko-Haushaltssteckdose sind nur 1,8 kW Ladeleistung möglich. Das dazugehörige Mode-2-Ladekabel ist beim Grandland X Plug-in-Hybrid serienmäßig dabei. Damit dauert das Aufladen der 13,2-kWh-Akkus des Grandland X etwas länger als sieben Stunden. Für so genannte Schnarchlader reicht das. So nennt der gut gelaunte Fachmann manchmal Leute, die über Nacht laden.

Opel-Pressekonferenz

Schneller geht es an einer verstärkten Steckdose. An einer Green-Up-Steckdose ist der Akku in vier Stunden voll. Der serienmäßige Onboard-Lader des Grandland X ermöglicht das, denn er bietet eine Ladeleistung von 3,7 kW. Man sollte aber wohl ein passendes Mode-2-Kabel bestellen, denn das serienmäßige reicht nur für 1,8 kW. Ein Universal-Ladekabel (bis 22 kW, dreiphasig) kostet laut Preisliste 720 Euro.

Für alle, die möglichst oft elektrisch fahren wollen, empfiehlt sich der optionale Onboard-Lader mit 7,4 kW. Er kostet 500 Euro Aufpreis. Damit klappt das Aufladen in unter zwei Stunden. Diese Ladeleistung wird jedoch nur an einer 22-kW-Säule oder 22-kW-Wallbox erreicht, wie aus der Preisliste hervorgeht.

Mathias Reinartz, Direktor Elektromobilität von Opel, erklärt, wie das kommt. Wenn man zum Beispiel eine 11-kW-Wallbox hat, dann ist diese in Deutschland dreiphasig, man hat also drei Stromadern (plus "Erde"). Der Grandland greift von diesen drei Phasen nur eine ab. Da nur alle drei Phasen unseres 22-kW-Säule zusammen 11 kW ergeben, bekommt man mit einer Phase nur maximal 3,7 kW ab (11 geteilt durch 3). Erst mit dreiphasigen 22 kW kommt man mit einphasigem Laden auf 7,4 kW. Voilà.

Eine andere Möglichkeit, die maximale Ladeleistung von 7,4 kW zu erreichen, wäre ein einphasige Wallbox mit 7,4 kW. Die wird von Opel nicht angeboten, so Reinartz, aber es gibt sowas.

Die meisten Stromanschlüsse von Privatleuten haben 11 kW, erklärt Reinartz. Das liegt daran, dass in Deutschland ein 22-kW-Anschluss nur mit Zustimmung des Stromversorgers erlaubt ist. An einer 11-kW-Wallbox kann man also die 7,4 kW des optionalen Laders gar nicht nutzen.

Opel-Pressekonferenz

Warum soll man dann den 7,4-kW-Lader überhaupt bestellen? Nun, weil die meisten öffentlichen Ladesäulen 22 kW bieten. Das wird laut Reinartz auch für die Ladesäulen gelten, die die gängigen Lebensmittel-Discounter (Aldi, Lidl  &Co.) demnächst auf ihren Parkplätzen installieren wollen. "Daher würd' ich auf jeden Fall den 7,4-kW-Lader bestellen", sagt Reinartz.