Aufschrei: Internetseite verkuppelt junge Frauen mit “Sugardaddies”

Diese Plakate sorgen in ganz Belgien für Empörung. Sie werben für ein Datingportal (“RichMeetBeautiful”), das jungen Mädchen hilft, ihren „Sugardaddy“ zu finden. Also einen älteren reichen Mann. „Hey Studentinnen, verbessert euren Lebensstil, geht mit einem Sugardaddy aus“, so der Werbespruch. Die Plakate wurden pünktlich zu Semesterbeginn gezielt vor Universitäten angebracht.

Rudi Vervoort, Ministerpräsident in der Region Brüssel-Hauptstadt, ist sauer: „Ich bin nicht da, um irgendjemand zu belehren oder zu verurteilen. Aber wir haben es hier mit einer Art Zuhälterei 2.0 zu tun.“

Die Plakate wurden beschlagnahmt, mittlerweile ermitteln die belgischen Behörden. Der Verdacht: Anstiftung zur Prostitution. Der Geschäftsführer des Portals, Sigurd Vedal, weist diesen als Missverständnis zurück: „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Männer für die jungen Frauen eine Art Mentor sein und ihnen dabei helfen können, eine Karriere zu starten und Ehrgeiz zu entwickeln. Das ist es, was sie an den Männern anziehend finden.“

Viele Studierende glauben das nicht. In ihren Augen nutzen die Betreiber die finanzielle Notlage zahlreicher Kommilitoninnen schamlos aus. „Das ist versteckte Prostitution. Nach dem Motto: Das Mädchen will Aufmerksamkeit, der Mann Gesellschaft. Aber letztendlich wird sie dafür bezahlt“, so eine junge Frau. Eine andere sagt: „Viele junge Studentinnen sind finanziell schlecht dran. Es ist keine gute Idee, sie auf diese Weise zu so etwas zu ermutigen.“

Denn dass sich arme Studentinnen durch Prostitution finanziell über Wasser halten, ist in Belgien ohnehin ein wachsendes Phänomen.