Onlineabos von Streamingdiensten sind ab jetzt EU-weit verfügbar

Wer bisher als Abonnent von Netflix, Spotify, Amazon Prime Video oder Sky Go im Ausland war, konnte den Streamingdienst in dieser Zeit nicht oder nur eingeschränkt nutzen. Jetzt sind die Zeiten des Geoblockings zu Ende.

Netflix und Co. können Sie nun auch im Ausland uneingeschränkt nutzen (Bild: Getty Images)

Seit dem 1. April ist eine neue Regelung des Europaparlaments in Kraft, die zahlende Abo-Kunden von Streamingdiensten freuen dürfte. Ab jetzt müssen Netflix, Spotify & Co. sicherstellen, dass ihre Kunden auch im EU-Ausland auf Musik, Serien und Filme zugreifen können. Durch das so genannte Geoblocking war das zuvor nicht oder nur begrenzt möglich. Bei Netflix beispielsweise konnten Kunden nur die Angebote streamen, die in der Mediathek des jeweiligen Landes verfügbar waren und hatten keine Möglichkeit, eine deutsche Tonspur oder Untertitel einzustellen.

Die Preise bleiben gleich

Das Europaparlament hatte die kundenfreundlichere Regel bereits am 18 Mai 2017 beschlossen. Dass sie jetzt in Kraft trat, fand der SPD-Abgeordnete Tiemo Wölken nur angemessen. In Brüssel sagte er laut “Zeit online“: “Es ist absurd, dass die Anbieter bisher digitale Inhalte, die grundsätzlich schnell und einfach übertragbar und verfügbar sind, in nationale Schranken verweisen. Den Menschen steht derselbe Leistungsumfang ihres bezahlten Abos auch im EU-Ausland zu.” Die Anbieter dürfen ihre Preise deswegen nicht erhöhen.

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Gedacht für Urlaube und Dienstreisen

Von der neuen Regel profitieren alle Abo-Kunden, die sich für eine begrenzte Zeit im Ausland aufhalten. Eine Obergrenze wurde nicht festgelegt, gemeint sind aber Urlaube oder Dienstreisen. Loggt sich ein Kunde aus dem Ausland ein ist es an den Anbietern, den Wohnsitz des Abonnenten mittels IP-Adresse oder Kreditkarte zu überprüfen.

Weitere Lockerungen sind denkbar

Es könnte sein, dass die neue Regel noch weitere Türen öffnet: Anbieter von kostenlosen Diensten könnten nachziehen. Denkbar wäre auch, dass man in Zukunft nicht mehr nur deutsche Inhalte aus dem EU-Ausland abrufen kann, sondern auch in Deutschland auf ausländische Mediatheken zugreifen kann.