Online-Kreditvermittler Creditshelf gelingt Sprung an die Börse

Das Fintech will mit seinem Geschäftsmodell den Kreditmarkt aufmischen. Eine Kooperation mit einer Bank dürfte der nächste Schritt sein.


Das deutsche Fintech-Unternehmen Creditshelf hat bei seinem Börsengang insgesamt 16,5 Millionen Euro erlöst. Wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte, wurden bei einem festen Angebotspreis von 80 Euro je Anteil 206.250 Aktien bei Investoren platziert.

Das Geschäftsmodell von Creditshelf basiert auf einer virtuellen Plattform, auf der es Darlehen an mittelständische Firmen vermittelt. Im Gegensatz zu den klassischen Hausbanken verlangen die Online-Kreditanbieter aus Frankfurt keine Sicherheiten von den Kunden. Innerhalb von 48 Stunden bekommend die Interessenten eine erste Rückmeldung, ob der Kredit bewilligt wird. Die Kreditzinsen liegen im Mittel bei rund neun Prozent.

Hinter der jungen Technologiefirma stehen die Gründungspartner Tim Thabe und Daniel Bartsch sowie Vorstand Mark Währisch, die Erfahrungen aus Investmentbanken, Ratingagenturen und Unternehmensberatungen mitbringen. Bislang schreibt ihr Unternehmen noch rote Zahlen.


Das Unternehmen beabsichtigt, den Nettoemissionserlös aus dem Börsengang zur Weiterentwicklung des eigenen Risikoanalyse-Algorithmus, zur Erweiterung des Produktportfolios, zur Umsetzung von Bankenkooperationen und zur Steigerung der Markenbekanntheit durch verstärktes Marketing zu verwenden.

Nach Abschluss der Transaktion wird sich der Streubesitz auf mehr als 20 Prozent belaufen. Rund 39 Prozent der Aktien werden bei Hevella Capital als größter Aktionär verbleiben, der auch in Zukunft als langfristiger Partner von Creditshelf agieren wird. Hinter Hevella steht der Immobilienunternehmer und Risikokapitalgeber Rolf Elgeti, der vor seiner Selbstständigkeit als Analyst bei der Commerzbank Karriere machte.
Privatanlegern wurden, auf Basis der bei der Commerzbank abgegebenen Orders rund 20 Prozent des Platzierungsvolumens zugeteilt. Der erste Handelstag der Aktien im regulierten Markt (Prime Standard) der Frankfurter Wertpapierbörse wird voraussichtlich der 25. Juli 2018 sein.