Online-Händler Amazon zieht Rekordbilanz seines Verkaufsstarts in Australien

Zehntausende Kunden in den ersten 24 Stunden

Der Online-Versandhändler Amazon hat eine Rekordbilanz seines Geschäftsstarts in Australien gezogen. Die Zahl der Bestellungen des ersten Tages sei "höher als an jedem anderen Starttag" in der Unternehmensgeschichte gewesen, erklärte Amazon am Mittwoch, nachdem der Händler am Dienstag Down Under losgelegt hatte. In den ersten 24 Stunden hätten "zehntausende Kunden" die Website besucht, wieviele Bestellungen genau eingingen, blieb aber unklar.

Amazon Australia dankte den australischen Kunden, schon zum Tagesbeginn hätten die Besucherzahlen auf der Internetseite des Versandhändlers die "Erwartungen bei weitem übertroffen". Nutzer der Plattform in Australien hatten auch schon früher die Möglichkeit, Produkte zu bestellen. Allerdings startete Amazon erst jetzt mit einem Lager in Melbourne, um Lieferzeiten und Kosten zu reduzieren. Seit Dienstag werden mehrere Millionen Produkte für australische Kunden angeboten.

Amazon startet in einem besonderen Markt für den Online-Handel. In Australien machen Einkäufe im Internet bislang nur zwischen acht und 13 Prozent der Umsätze im Einzelhandel aus. Es gibt also ein gehöriges Wachstumspotenzial - allerdings stellen die oft großen Entfernungen auf dem Kontinent sowie der mitunter unzureichende Internetzugang hohe Hürden dar.

Experten erwarten trotzdem, dass Amazon die Branche durcheinanderwirbelt; darunter leiden könnten etwa Händler von Elektrowaren und Kosmetik. Der Mitbegründer und Chef der Elektronik-Kette Harvey Norman, Gerry Harvey, zog allerdings eine vorerst vernichtende Bilanz des Amazon-Starts. Amazon sei eine "lahme Ente" und der "Hype" um den Internethändler lächerlich, sagte er dem Sender Sky News Business noch am Dienstagabend. Analysten bemängelten unter anderem, dass Amazon mit Angeboten und Produkten einstieg, deren Preise sich nicht groß von denen der örtlichen Händlern unterschieden.