Online-Bezahldienst Stripe akzeptiert ab sofort keine Bitcoin mehr


Die Online-Bezahlplattform Stripe akzeptiert seit Montag keine Bezahlungen mehr per Bitcoin. Die Entscheidung hatte das Tech-Unternehmen im Januar getroffen und den Schritt damit begründet, dass die Kryptowährung als Bezahlmethode immer ungeeigneter werde.

Das liege vor allem an der langen Zeit, bis Bezahlvorgänge, die mit Bitcoin durchgeführt werden, bestätigt würden. Die lange Dauer habe vermehrt zu fehlerhaften Transaktionen geführt, hieß es in einer Mitteilung des Tech-Unternehmens. Bis die Transaktion bestätigt würde, hätten die starken Fluktuationen des Bitcoin-Preises dafür gesorgt, dass ein fehlerhafter Bitcoin-Betrag abgebucht würde.

Die Transaktionszeiten für Bitcoin waren seit Mai letzten Jahres stark gestiegen. Im Januar hatte es kaum einen Tag gegeben, an dem ein Bitcoin-Bezahlvorgang im Durchschnitt weniger als zwei Stunden dauerte. Der absolute Spitzenwert wurde am 27. Januar erreicht: Da dauerte es im Schnitt 2466 Minuten oder umgerechnet 41,1 Stunden, bis eine Bitcoin-Transaktion bestätigt wurde.


Mittlerweile hat sich die Dauer zwar wieder deutlich verringert und in den vergangenen 30 Tagen bei etwa 15 Minuten eingependelt, doch für Stripe spielte auch ein anderer Grund eine große Rolle: Die hohen Gebühren für Bezahlvorgänge mit Bitcoin. Diese betrugen im Januar durchschnittlich zehn Dollar, der Spitzenwert wurde mit durchschnittlich 55 Dollar Transaktionsgebühr am 22. Januar erreicht. Somit seien Bezahlungen per Bitcoin nicht preiswerter als eine gewöhnliche Banküberweisung, schrieb das Unternehmen.

Diese Faktoren – lange Transaktionsdauer, fehlerhafte Beträge und hohe Gebühren – hätten sich bemerkbar gemacht: Immer weniger Stripe-Kunden entschieden sich dafür, mit der Kryptowährung zu bezahlen. „Bitcoin hat sich eher zu einem Vermögenswert als zu einem Zahlungsmittel entwickelt“, hieß es in der Mitteilung.

Grundsätzlich bleibe Stripe gegenüber Kryptowährungen jedoch „sehr optimistisch“. Das Unternehmen halte viele Technologien weiterhin für vielversprechend und könne sich durchaus vorstellen, diese in der Zukunft zu unterstützen, beispielsweise Ethereum, Litecoin, Bitcoin oder Stellar, ein Wallet für die Kryptowährung Lumens.

Stripe war im vergangenen Juni in Deutschland gestartet und will vor allem mit einem breiteren Service-Angebot gegen die Konkurrenz punkten. Zusätzlich zur Zahlungsabwicklung bietet Stripe zum Beispiel eine Plattform zur Datenanalyse an, die den Unternehmen unter anderem anzeigt, über welche Zahlungswege das Geld kommt oder welche Rechnungen noch offen sind.

In Deutschland bietet Stripe als Bezahlmethoden nicht nur Kreditkarten, sondern unter anderem auch Giropay oder Sofortüberweisung an. Zu den Pilotkunden gehören der Web-Dienstleister Jimdo, der Putzhilfe-Vermittler Book A Tiger und Daimlers Plattform Croove zur Vermietung privater Autos. Das 2011 von den irischen Brüdern John und Patrick Collison gestartete Start-up bietet seine Dienste mittlerweile in 21 Ländern an.

Stripe ist nicht das erste Unternehmen, das Bitcoin nicht mehr als Zahlungsmittel akzeptiert. Die polnische Fluggesellschaft Lot hatte im August 2015 Zahlungen mit der Kryptowährung eingeführt. Kunden beklagten sich im vergangenen Jahr jedoch, dass Lot die Bezahlmethode eingestellt hätte.


Auch Microsoft schränkte Anfang des Jahres die Bitcoin-Nutzung ein, wie das Krypto-Branchenmagazin Merkle berichtet. Mit der Kryptowährung ließen sich ohnehin nur ausgewählte digitale Produkte im Onlineshop bezahlen und die Option stand nur Kunden aus den USA zur Verfügung.

Diese können nun zwar noch ihr Guthaben im Kundenkonto per Bitcoin aufladen, aber keine Produkte mehr direkt mit Bitcoin bezahlen. Der Softwarehersteller begründete den Schritt wie Stripe mit langen Transaktionszeiten und hohen Gebühren.

Ende März hatte auch die Website Reddit bekanntgegeben, keine Bitcoin mehr anzunehmen. Nutzer des Netzwerk konnten bis dahin ihre Premium-Mitgliedschaft mit der Digitalwährung bezahlen.