"One More Time": House-Duo Daft Punk gibt Trennung bekannt

teleschau
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Das französische Elektropop-Duo Daft Punk geht getrennte Wege. (Bild: David Black / Sony)
Das französische Elektropop-Duo Daft Punk geht getrennte Wege. (Bild: David Black / Sony)

"One More Time"? Nicht mit Daft Punk! Die französischen House-Pioniere gaben in einem elegischen Video die Trennung bekannt. Sie verlassen die Pop-Bühne, wie sie sie betreten hatten: inkognito mit Helm auf dem Kopf.

Die Szenerie zeigt zwei Wesen in Ledermontur mit chromglänzenden Helmen in der Wüste. Wie im Western stehen sie Augenschlitz an Augenschlitz. Dann aktiviert der eine beim anderen den Selbstzerstörungsknopf. Eine Explosion. Der Übriggebliebene geht in den Sonnenuntergang. Es ist das Ende eines der erfolgreichsten Musikduos der 90er- und Nullerjahre. Das Ende, wie es Daft Punk in einem "Epilogue" überschriebenen Video nun selbst in Szene gesetzt haben.

Beim Branchenportal "Pitchfork" haben Thomas Bangalter und Guy-Manuel de Homem-Christo, die beiden Herren unter den Helmen, die Trennung von einer Sprecherin bestätigen lassen. Nach 28 Jahren gehen die Pioniere der elektronischen Musik fortan getrennte Wege. Viel war vom einst gehypten Act aus Frankreich zuletzt ohnehin nichts mehr zu hören gewesen. Das letzte Studioalbum, "Random Access Memories", datiert von 2013. Es wurde fast hysterisch herbeigesehnt, war in den Augen vieler Kritiker dann aber doch eine sanfte Enttäuschung.

Daft Punk: Die Helme blieben bis zuletzt auf dem Kopf

Für die überbordenden Erwartungshaltung hatten Bangalter und Homem-Christo vor allem mit ihren ersten beiden Alben selbst gesorgt. "Homework" (1997) mit den Über-Hits "Around The World" und "Da Funk" brachte sogar Studenten und Indie-Pop-Fans zum Tanzen. Es war die Blütezeit des French House. Der unter Erfolgsdruck produzierte Nachfolger "Discovery" hatte ebenso unwiderstehliche Hits, "Harder, Better, Faster, Stronger" etwa und "One More Time", das der französische Staatspräsident Jacques Chirac so gern als Wahlkampfhymne am Ende der ersten Amtszeit eingesetzt hätte. Duft Punk wussten es zu verhindern.

Wie die beiden dem Retrofuturismus frönenden Stilpioniere ohnehin den Starkult anzufachen wussten, indem sie sich ihm entzogen. Die berühmten Helme nahmen Thomas Bangalter und Guy-Manuel de Homem-Christo niemals öffentlich vom Kopf. So verlassen sie inkognito die große Popstarbühne, die für einige beatstampfende Momente ihnen gehörte. Gründe für die Trennung - so viel Diskretion sieht ihnen ähnlich - wurden zunächst nicht bekannt.