Ombudsfrau John zum NSU-Prozess: „Die Hinterbliebenen erwarten die Höchststrafe“

Das Urteil setze zumindest einen Schlusspunkt nach vier Jahren, sagt sie.

Frau John, das Ende des NSU-Prozesses kommt trotz der aktuellen Unterbrechung jetzt insgesamt doch ziemlich plötzlich. Ist das im Sinne der Hinterbliebenen?

Generell schon. Denn es sind mehr als vier Jahre vergangen seit dem Beginn des Prozesses. Für die Familien ist mit dem Urteil das geschehene Unrecht nicht abgeschlossen, aber es setzt den Schlusspunkt in der rechtlichen Bewertung.  Die Familien wollen nach vorne blicken, nachdem sie sich jahrelang mit dem Prozess beschäftigt haben.

Mit den Plädoyers naht auch die Urteilsverkündung. Auf welche Urteile hoffen Sie?

Wir haben uns in den letzten Jahren regelmäßig mit den Familien getroffen. Und bei jedem Treffen ging es auch darum, wie das Urteil ausfallen wird. Die Hinterbliebenen können sich nicht vorstellen, dass das Strafmaß für die Mittäterin Beate Zschäpe unterhalb der Höchststrafe von 15 Jahren bleibt. Dazu erwarten sie, dass die besondere Schwere der Schuld festgestellt wird. Die Opfer mussten schließlich allein deshalb sterben, weil sie Ausländer waren.

Gilt das auch für die anderen Angeklagten?

Auch für die weiteren Angeklagten werden hohe Strafen erwartet. Bei den Gesprächen wurde zudem deutlich, dass das übliche und im Vergleich mit anderen Ländern eher geringe Strafmaß für Mord in diesem...Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung