Olympiasieger Röhler rechnet nicht mit Wiederaufnahme der russischen Leichtathleten

SID
Olympiasieger Röhler rechnet nicht mit Wiederaufnahme der russischen Leichtathleten

Speerwurf-Olympiasieger Thomas Röhler rechnet vor der Entscheidung des Weltverbands IAAF am Sonntag nicht mit einer Wiederaufnahme der russischen Leichtathleten. "Alles andere würde mich wundern", sagte der 26-Jährige dem SID. Auf ihrer Councilsitzung in Monaco berät die IAAF auch über ein Ende der Suspendierung des russischen Verbands. 
Nach der Entscheidung der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA, die russische Anti-Doping-Agentur nicht wiederaufzunehmen, ist dies allerdings so gut wie ausgeschlossen. Dieser Punkt ist eine Voraussetzung der IAAF dafür, den Ausschluss aufzuheben.
"Als ich von der Entscheidung der WADA gehört habe, habe ich gedacht: 'Das Gute gewinnt doch manchmal'", sagte Röhler: "Die WADA hat ihre Entscheidung gut begründet. Es gab einen klaren Punktekatalog, der wurde nicht erfüllt. Für mich waren die Anforderungen der WADA seit Rio nicht unlösbar", sagte Röhler: "Es gibt keinen Grund, die WADA zu unterlaufen."
Der russische Leichtathletik-Verband RusAF ist seit November 2015 suspendiert. Bei den Olympischen Spielen in Rio war nur Weitspringerin Darja Klischina als neutrale Athletin am Start, bei der WM in London im August waren es 19 russische Athleten. Inzwischen haben rund 50 Sportler eine Ausnahmegenehmigung erhalten.
"Ich finde eine solche Regelung ethisch sehr wichtig - wenn über lange Zeit sichergestellt wird, dass sie genauso wie wir kontrolliert werden", sagte Röhler, der sich eine ähnliche Regelung auch für die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang vorstellen kann. Am 5. Dezember entscheidet das IOC über eine Strafe gegen Russland wegen des Dopingskandals.
"Es ist die selbe Art des Betrugs - egal ob Winter- oder Sommersportart", erklärte er: "In einer Phase, in der immer noch über Strukturen in Russland geredet wird, in der es immer noch diskutable Äußerungen aus Russland gibt, geht es nicht anders als ein Start der russischen Sportler  als 'neutrale Athleten'."
Der Vorsitzende der IAAF-Task-Force, Rune Andersen, erklärte zwar zuletzt, dass Russland Fortschritte gemacht habe. Allerdings gab auch er Hinweise darauf, dass die Sperre bestehen bleiben werde. "Die größte Aufgabe für uns ist der notwendige Kulturwandel. Wie macht man so einen Kulturwandel, wenn es sie (die Dopingmentalität, Anm. d. Red.) schon lange gab", sagte Andersen: "Das geht nicht über Nacht - zwei Jahre sind in diesem Fall über Nacht. Das ist eine sehr ambitionierte Aufgabe."