Olympiasieger Kiprop positiv getestet - Kenia wieder im Zwielicht

Olympiasieger Kiprop positiv getestet - Kenia wieder im Zwielicht

Kenias Leichtathletik steht vor einem weiteren Dopingskandal: Asbel Kiprop, Peking-Olympiasieger und dreimaliger Weltmeister über 1500 m, ist laut Medienberichten bei einer Trainingskontrolle Ende 2017 positiv auf das Blutdopingmittel Epo getestet worden.
"Als Athlet bin ich immer ein Vorkämpfer gegen Doping in Kenia gewesen, und ich glaube zutiefst an diesen Kampf", zitiert der Londoner Guardian den 28-jährigen Kiprop: "Ich würde nicht alles, für das ich seit meinem ersten internationalen Rennen 2007 gearbeitet habe, ruinieren wollen. Ich hoffe, dass ich beweisen kann, dass ich in jeder Hinsicht ein sauberer Athlet bin."
Frederico Rosa, Manager des 28-Jährigen, teilte der Daily Mail mit, dass er "Gerüchte gehört" habe und sich um eine Bestätigung bemühe.
Kiprop war der bestimmende 1500-m-Läufer des vergangenen Jahrzehnts, holte nach dem verspäteten Olympia-Gold 2008 die WM-Titel 2011, 2013 und 2015. In Peking war er Zweiter hinter Rashid Ramzi (Bahrain) geworden, dem gebürtigen Marokkaner wurde aber im April 2009 die Verwendung des Blutdopingmittels Cera nachgewiesen. Daraufhin wurde Ramzi Gold aberkannt. In den vergangenen beiden Jahren schwächelte Kiprop, wurde bei Olympia 2016 nur Sechster und bei der WM 2017 Neunter.
Der Fall Kiprop, dem im Fall einer Bestätigung durch die B-Probe zwei Jahre Sperre drohen, würde die lange Serie von Dopingaffären rund um kenianische Läufer fortsetzen. Seit 2011 wurden mehr als 40 Athleten des ostafrikanischen Landes positiv getestet, darunter die Marathon-Stars Jemima Sumgong und Rita Jeptoo.
Sumgong, die 2016 in Rio de Janeiro Olympia-Gold geholt hatte, und die dreimalige Boston-Siegerin Jeptoo sind mittlerweile wegen Epo-Dopings für vier Jahre gesperrt worden. Ihren Olympia-Sieg durfte Sumgong bislang behalten.
Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) hatte Kenia zwischenzeitlich für "non compliant", also nicht den Vorgaben entsprechend, erklärt, dies aber kurz vor Olympia 2016 wieder aufgehoben.