Olympia: Skistar Vonn weint um Großvater Don

Olympia: Skistar Vonn weint um Großvater Don

Skistar Lindsey Vonn hat die große Olympia-Bühne gleich nach ihrer Ankunft in Pyeongchang zu einem ersten tränenreichen Auftritt a la Hollywood genutzt. Als sie bei ihrer ersten Pressekonferenz über ihren kürzlich verstorbenen Großvater Don Kildow sprach, begann die Amerikanerin plötzlich zu weinen. "Ich vermisse ihn so sehr, er war ein so wichtiger Teil meines Lebens", sagte Vonn und schluchzte.
"Es wäre so schön gewesen, wenn er es noch erlebt hätte, aber ich weiß, dass er zuschauen und mir helfen wird", fügte sie mit tränenerstickter Stimme an: "Ich will für ihn gewinnen!" Nervös sein werde sie nicht, "weil ich weiß, dass er mich beschützt, das macht mich ganz ruhig", sagte Vonn über ihren Großvater, der für die US-Army im Koreakrieg (1950 bis 1953) war.
Vonn (33) strebt in Pyeongchang bei ihrer vierten und "wahrscheinlich letzten" Olympia-Teilnahme ihre zweite Goldmedaille in der Königsdisziplin Abfahrt nach 2010 in Vancouver an. Die Spiele 2014 in Sotschi hatte sie verletzungsbedingt verpasst.
"Ich musste sehr lange auf diese Olympischen Spiele warten", sagte Vonn, "ich hatte viele Hochs und Tiefs seit Vancouver." Jetzt aber sei sie gut in Form und fühle sich fit, auch wenn ihr einst schwer verletztes rechtes Knie ihr immer wieder Probleme bereite.
Vonn erschien in Begleitung ihres Hündchens Lucy und mit schwarzen Handschuhen, weil sie sich bei möglicherweise kranken Gesprächspartnern nicht anstecken wollte. "Sie ist definitiv ein größerer Star als ich", sagte Vonn über den Cavalier King Charles Spaniel.
 
Seit Sommer habe sie alles auf Olympia ausgerichtet, betonte Vonn, "es war das erste, woran ich dachte, wenn ich aufstand - und das letzte, wenn ich schlafen ging". Nach den Spielen werde sie noch mindestens eine Saison weiter Skifahren, um den Sieg-Rekord von Ingemar Stenmark im Weltcup zu brechen, sagte Vonn. Von den 86 Erfolgen des Schweden trennen sie nur noch fünf.