Olympia: Russische Kommission hält Doping-Vorwurf für widerlegt

Die zuständige russische Ermittlungskommission hält alle Vorwürfe des Staatsdopings für widerlegt. Das teilte die staatliche Behörde in einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung mit.

Die zuständige russische Ermittlungskommission hält alle Vorwürfe des Staatsdopings für widerlegt. Das teilte die staatliche Behörde in einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung mit.

Sie fügte hinzu, dass ein Haftbefehl gegen den Whistleblower Gregorij Rodtschenkow erlassen worden sei. Die Auslieferung des ehemaligen Leiters des Moskauer Anti-Doping-Zentrums, der sich in den USA im Zeugenschutzprogramm aufhält, solle beantragt werden. Ein Auslieferungsabkommen zwischen den USA und Russland gibt es nicht.

Die Argumente von WADA-Sonderermittler Richard McLaren hinsichtlich eines Austausches von Dopingtests im Anti-Doping-Labor in Sotschi während der Olympischen Winterspiele 2014 seien "ebenso widerlegt wie die Existenz eines staatlichen Dopingprogramms für Sportler in Russland, um eine maximale Anzahl an Medaillen zu gewinnen", hieß es in einer Mitteilung des Komitees.

Der kanadische Rechtsprofessor McLaren hatte auch auf Basis der Aussagen des Kronzeugen Rodtschenkow Russland ein staatlich gelenktes Dopingsystem unterstellt.

Damit gewinnt der russische Doping-Skandal weiter an Brisanz. Das Internationale Olympische Komitee untersucht derzeit mit zwei Kommissionen die russischen Vergehen rund um die Winterspiele 2014 in Sotschi. Die Kommission unter der Leitung des Schweizer IOC-Exekutivmitglieds Denis Oswald hat bereits zwei russische Langläufer lebenslang von Olympia ausgeschlossen - wohl auch aufgrund der Erkenntnisse McLarens.

Langlaufstar Alexander Legkow wurde eine Goldmedaille aberkannt. Die IOC-Entscheidung, die zunächst ohne Urteilsbegründung erfolgte, wurde in Russland heftig kritisiert.

Insgesamt ermittelt die Oswald-Kommission gegen weitere 26 verdächtige russische Sotschi-Starter, die Sanktionen sollen nun der Reihe nach bekannt gegeben werden. Eine zweite IOC-Kommission des Schweizer Ex-Politikers Samuel Schmid befasst sich mit der Frage der Mitwisserschaft russischer Politiker und Behörden.

IOC will im Dezember Strafen verhängen

Auf Basis ihrer Einschätzung will die IOC-Exekutive im Rahmen einer vom 5. bis 7. Dezember angesetzten Sitzung eine übergreifende Strafe verhängen.

Am Sonntag hatte die New York Times geschrieben, das IOC erwäge unter anderem ein Verbot der russischen Hymne bei den Winterspielen in Pyeongchang (9. bis 25. Februar) und einen Ausschluss russischer Athleten von der Eröffnungsfeier.

Auch dieser Bericht hatte einen Sturm der Entrüstung in Russland entfacht. Mehrere Politiker forderten im Falle der Verhängung solcher Maßnahmen durch das IOC einen russischen Pyeongchang-Boykott.

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