Olympia: IOC entscheidet über Doppelvergabe

Das IOC entscheidet auf am Dienstag in Lausanne über die Doppelvergabe der Olympischen Sommerspiele 2024 und 2028. Alles andere als eine breite Zustimmung wäre eine Überraschung. Langweilig dürfte es trotzdem nicht werden.

Das IOC entscheidet auf am Dienstag in Lausanne über die Doppelvergabe der Olympischen Sommerspiele 2024 und 2028. Alles andere als eine breite Zustimmung wäre eine Überraschung. Langweilig dürfte es trotzdem nicht werden.

Paris setzt auf Edelfan Emanuel Macron, Los Angeles auf breite Unterstützung aus der Bevölkerung: Zur Abstimmung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) über die historische Doppelvergabe der Spiele 2024 und 2028 am Dienstag in Lausanne präsentieren sich beide Städte noch einmal von ihrer besten Seite.

Die einzig verbliebenen Kandidaten waren ursprünglich angetreten, um am 13. September in Lima/Peru den Zuschlag für die Sommerspiele 2024 zu erhalten. Doch das IOC will in Zeiten zurückhaltender Bewerber keines der wichtigen Länder vergraulen - und deshalb dem Verlierer die Spiele 2028 geben. Damit die Vergabeänderung möglich ist, muss die Vollversammlung bei ihrem Treffen am Dienstag grünes Licht geben.

"Wir stehen vor interessanten Tagen, in denen wichtige Entscheidungen getroffen werden", sagte IOC-Präsident Thomas Bach am Sonntagmorgen. Die Exekutive des IOC trifft sich schon Sonntag und Montag und bereitet die Generalversammlung vor.

Alle gehen von einer breiten Zustimmung aus, nachdem die IOC-Exekutive den Vorschlag am 9. Juni eingebracht hat. "Ich sehe keine große Brisanz", sagte IOC-Exekutivmitglied und Ski-Weltverbandspräsident Gian Franco Kasper dem SID: "Die Exekutive hat sich schon für diesen Schritt ausgesprochen. In der Vollversammlung wird es bestimmt ein paar Diskussionen geben, aber mein Eindruck ist: Die Sache ist gelaufen."

Wer bekommt die Spiele 2024?

Mehr Spannung verspricht die Frage, wer denn die Spiele '24 bekommt und wer sich mit dem Trostpflaster '28 begnügen muss. Nach Vorstellung von IOC-Präsident Thomas Bach sollen beide Städte selbst Gespräche über die Verteilung führen, "um eine Win-Win-Win-Situation zu erreichen", sagte Bach.

Blieben die Gespräche ergebnislos, würde dies das IOC allerdings vor Probleme stellen. Dann käme es wohl doch zur Kampfabstimmung mit einem "Verlierer". "Ich hoffe, dass sich beide Kandidaten einigen können, ansonsten wird es schwer", sagte Kasper.

Weiterhin werden Paris bessere Chancen eingeräumt. "Die Medien sehen Paris für 2024 vorne", sagte Kasper. Dasselbe dürfte auch für das Gros der IOC-Mitglieder gelten. Viele von ihnen beäugen die USA, Donald Trump und dessen "America first" sowie nicht zuletzt auch die diversen Ermittlungen des FBI in der Welt des Sports kritisch.

Emanuel Macron erscheint persönlich

Dass Paris an einem Zuschlag für 2024 besonders interessiert ist, zeigt die Tatsache, dass Staatspräsident Macron persönlich erscheint. Frankreichs neuer Staatschef wird am Montagabend mit Bach dinieren, ehe er bei der letzten Präsentation des Pariser Konzepts mitmacht.

Doch auch Los Angeles reist mit breiter Brust an. Die kalifornische Metropole, schon 1932 und 1984 Olympia-Gastgeber, hat von der Evaluierungskommission einen besseren Wert bei der Befragung der eigenen Bevölkerung zu Olympia erhalten - in Zeiten vieler negativer Bürgerreferenden ein wichtiges Kriterium.

78 Prozent der Einwohner von LA befürworten laut IOC Spiele in ihrer Stadt, in Paris waren es mit 63 Prozent deutlich weniger. "Wir freuen uns, dass die Umfragen eine so überwältigende Unterstützung zeigen", sagte Casey Wasserman, Chef des Bewerbungskomitees von LA: "Das sind außergewöhnliche Zahlen, auf die wir sehr stolz sind."

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