Olympia in Gefahr? So geht das IOC mit dem Coronavirus um

SPORT1, Sportinformationsdienst

Zahlreiche Sportevents - gerade in China - wurden in den vergangenen Wochen bereits wegen des Coronavirus abgesagt oder verschoben.

Erst am Mittwoch wurde das für April vorgesehene Formel-1-Rennen in China auf unbestimmte Zeit verschoben. Fraglich ist auch das Debüt der Königsklasse am 5. April in Vietnam. Dort wurde am Donnerstag eine Kommune mit 10.000 Einwohnern nahe Hanoi unter Quarantäne gestellt. Die Hauptstadt liegt rund 150 Kilometer von der chinesischen Grenze entfernt.

Doch die Olympia-Organisatoren von Tokio halten trotz der fortschreitenden Ausbreitung des Virus an der Ausrichtung der Sommerspiele vom 24. Juli bis 9. August fest.


"Da jede Menge unverantwortlicher Gerüchte im Umlauf sind, will ich noch einmal klarstellen, dass wir eine Verschiebung oder Absage nicht in Erwägung ziehen", sagte der Chef des japanischen Olympia-Komitees, Yoshiro Mori, bei einem Treffen mit Vertretern des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in der Ausrichterstadt.

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IOC verlässt sich auf WHO-Ratschlag

John Coates, Präsident der IOC-Koordinierungskommission, machte deutlich: "Der Ratschlag, den wir von der Weltgesundheitsorganisation (WHO, Anm. d. Red) erhalten haben, besagt, dass es keinen Grund für einen Notfallplan bezüglich einer Absage oder Verlegung der Spiele gibt." Nichtsdestotrotz räumte der Australier ein, dass "sicherlich noch eine Menge Kommunikationsarbeit erforderlich ist", besonders wegen möglicher Ängste von Sportlern, die in Tokio gegen Chinesen antreten müssen. 

China wird ein rund 600-köpfiges Team in die japanische Hauptstadt entsenden. Das IOC, so Coates weiter, werde deshalb Informationsbroschüren an alle Nationalen Olympischen Komitees schicken, "um zu erklären, was dort passiert, wo Chinesen antreten."


Bereits bei den Olympischen Spielen in Rio hatten einige Sportler wegen der Ausbreitung des Zika-Virus auf einen Start in Brasilien verzichtet. Aus diesen Ereignissen habe man gelernt, versicherte Coates. 

IOC: Kontakt mit WHO und eigenen Experten

Wie das offizielle IOC-Presseoffice auf Nachfrage von SPORT1 mitteilte, seien "Gegenmaßnahmen gegen Infektionskrankheiten ein wichtiger Teil der Pläne für Tokio 2020, sichere Spiele auszurichten."

Weiter hieß es, dass man "mit allen relevanten Organisationen" zusammenarbeite, die das Auftreten von Infektionskrankheiten sorgfältig überwachen und mit diesen eventuell notwendige Gegenmaßnahmen überprüfen werde.

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Das IOC stehe in Kontakt mit der WHO sowie seinen eigenen medizinischen Experten. "Wir haben volles Vertrauen, dass die zuständigen Behörden, insbesondere in Japan, China und die WHO, alle notwendigen Maßnahmen ergreifen werden, um die Situation zu bewältigen."

Hoffnung auf das Wetter

Jeder Qualifikationswettbewerb, an dem chinesische Athleten oder solche, die sich kürzlich in China aufgehalten haben, teilnehmen, werde in Zusammenarbeit mit dem Chinesischen Olympischen Komitee (COC) und dem Organisationskomitee von Tokio 2020 überwacht. Der Grund: Es soll sichergestellt werden, dass alle Anforderungen für die Teilnahme dieser Athleten klar sind und eingehalten werden.


In Japan sind bislang 28 Infektionsfälle gezählt worden, gestorben ist dort noch niemand. Die Hoffnungen richten sich derzeit auch auf das Wetter. "Wir befinden uns in der regenstarken Jahreszeit, dies könnte dem Virus zusetzen", erklärte Saburo Kawabuchi, der Bürgermeister des Olympischen Dorfes in Tokio.