Olympia: Bach verschärft Tonlage gegenüber Russland

IOC-Chef Thomas Bach hat keine zwei Wochen vor der Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees im Staatsdopingskandal die Tonlage gegenüber Russland verschärft.

IOC-Chef Thomas Bach hat keine zwei Wochen vor der Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees im Staatsdopingskandal die Tonlage gegenüber Russland verschärft.

"Manche mögen denken, die Entscheidung mit welcher Art von Druck auf das IOC auch immer beeinflussen zu können. Woher manche auch immer den Druck aufbauen wollen - es wird ihnen nicht gelingen", sagte Bach auf der Generalversammlung des Europäischen Olympischen Komitees (EOC) in Zagreb, ohne Russland allerdings zu nennen.

Der russische Sport muss wegen systematischen Dopings seiner Athleten und Manipulationen von Dopingkontrollen einheimischer Teilnehmer an den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi den kompletten Ausschluss von den bevorstehenden Winterspielen in Pyeongchang fürchten.

In mehreren Einzelfällen hat das IOC russischen Wintersportlern wegen Dopingvergehen nach Anhörungen Erfolge von Sotschi aberkannt und lebenslängliche Olympia-Sperren verhängt.

Russland bestreitet die im Frühjahr 2016 aufgekommenen und kurz danach im McLaren-Report erhärteten Staatsdoping-Vorwürfe vehement. Für den Fall von drastischen Sanktionen sind von verschiedenen Seiten in Russland schon Gegenmaßnahmen angekündigt worden.

NOK-Präsident Alexander Schukow drohte mit einem Boykott der Spiele, sollte Russland in Pyeongchang nicht unter eigener Flagge starten dürfen. Erst kürzlich drohte die von Russland kontrollierte Kontinental Hockey League (KHL) mit einem Teilnahmeverbot für ihre ausländischen Eishockey-Profis am Olympia-Turnier in Südkorea.

Unterschiede zu 2016

Bach betonte in Zagreb mit Blick auf die noch ausstehenden Ergebnisse der beiden IOC-Ermittlungskommissionen nochmals die Unterschiede der momentanen Situation zum vielkritisierten Verzicht auf Russlands Ausschluss von den Sommerspielen 2016 in Rio de Janeiro: "Jetzt geht es um die Vorkommnisse bei den Winterspielen in Sotschi 2014. Jetzt geht es darum, was bei Olympischen Spielen passiert ist, in einem Dopinglabor der Olympischen Spiele. Jetzt ist es an uns, und das werden wir zu bedenken haben, wenn ich sage, dass wir eine faire Entscheidung treffen werden."

Anders als vor Rio, fuhr Bach fort, habe durch die Arbeiten der Schmidt- und der Oswald-Kommision ein Aufklärungsprozess stattgefunden. Außerdem hätten faire Anhörungsmöglichkeiten für betroffene Athleten bestanden. Vorerst allerdings lägen dem IOC noch keine Ergebnisse der Untersuchungskommissionen vor.

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