Olympia 2018: Langlauf-Drama: Stadlober verläuft sich am Weg zu Silber

Ein Blackout hat Langläuferin Teresa Stadlober eine Medaille im abschließenden Olympia-Bewerb über 30 km klassisch gekostet. Die 25-jährige Salzburgerin bog an zweiter Stelle liegend nach 20 Kilometerin kurzzeitig in die falsche Schleife ab und landete am Ende nur auf Platz neun. Allerdings ist auch noch eine nachträgliche Disqualifikation möglich.

Ein Blackout hat Langläuferin Teresa Stadlober eine Medaille im abschließenden Olympia-Bewerb über 30 km klassisch gekostet. Die 25-jährige Salzburgerin bog an zweiter Stelle liegend nach 20 Kilometerin kurzzeitig in die falsche Schleife ab und landete am Ende nur auf Platz neun. Allerdings ist auch noch eine nachträgliche Disqualifikation möglich.

Gold sicherte sich in souveräner Manier die Norwegerin Marit Björgen, die damit Geschichte schrieb. Die 37-Jährige gab in der letzten Entscheidung der XXIII. Olympischen Winterspiele in Pyeongchang von Beginn weg das Tempo vor und setzte sich schon vor der Halbzeit des Rennens klar von der Konkurrenz ab. Nach ihrem achten Olympiasieg führt Björgen die Wertung der erfolgreichsten Winterspiel-Teilnehmer mit acht Mal Gold, vier Mal Silber und drei Mal Bronze - in Summe 15 Medaillen - an.

Hinter Björgen holten die Finnin Krista Pärmäkoski (+1:49,5 Min.) und Stina Nilsson (1:58,9) aus Schweden die weiteren Medaillen. Norwegen stellte mit insgesamt 14 Gold-, 14 Silber- sowie 11 Bronze-Medaillen einen neuen Winterspiele-Rekord auf. Auch Deutschland (14/10/7) übertraf in Südkorea den bisherigen Rekord von Kanada (14/7/5) aus dem Jahr 2010.

Die Stimmen zum Stadlober-Blackout

Teresa Stadlober (AUT/Neunte): "Ich bin leider auf die falsche Runde gelaufen. Ich kann es mir nicht erklären. Jetzt bin ich so lange da, da sollte ich die Strecke schon kennen. Ich verstehe es selber nicht. Ich habe einen super Tag erwischt, war körperlich so gut drauf. Dazu habe ich super Material gehabt. Ich weiß nicht, ob ich lachen oder 'rean' soll. Ich war halt dumm."

Markus Gandler (Sportlicher Leiter Langlauf im ÖSV): "Es ist hart, aber es ist passiert und man kann es nicht mehr zurückdrehen. Dass sie mit einem Kilometer mehr immer noch in den Top Ten ist, das ist ein Wahnsinn. Sie hat super ausgeschaut, hat eine Attacke geritten und dann merken wir, sie kommt nicht, dann habe ich sie - 150, 200 Meter weg - hinauflaufen gesehen und habe nur mehr geschrien. Sie hat mich nicht gehört, ich habe sie erst in der Abfahrt erwischt und sie hat es dann auch in der Abfahrt gemerkt, dass niemand mehr hinter ihr ist. Sie hat in er Abfahrt einen kleinen Verreißer gehabt, ist aus dem Gleichgewicht gekommen und hat in dem Moment nicht gemerkt, dass sie auf dem falschen Kurs ist. In ihrem Kopf geht in diesem Moment Unvorstellbares vor. Sie war klar auf Silberkurs, sie war stärker als die anderen, dann passiert das."

Alois Stadlober (Vater/während des Fehlers von Teresa Stadlober als Co-Kommentator live im ORF): "Sie ist sich verlaufen, da ist irgendwas passiert. Du bist falsch! Sie ist falsch gelaufen, scheiße verdammte Hütte noch einmal. Wo ist die denn hingelaufen jetzt? Hattigatti noch einmal. Alles aus - mein Gott na. Ich habe mir gedacht, das gibt es ja gar nicht, dass sie so daherkommt alleine. Das ist jetzt bitter. Nein, alles kann passieren, aber das nicht. Wie gibt es das? Das ist unvorstellbar. Das wollte der Herrgott nicht. Das ist bitter, das habe ich überhaupt noch nicht erlebt. Sie fährt in der Spur herunter. Ich weiß nicht, wo sie da hinfährt. Das ist bitter, in der Traumform. Schade, aber es hilft nichts. Sie hat gut ausgeschaut, überhaupt kein Problem. Es schaut aus, als hätte sie wirklich vielleicht auf die Medaille laufen können. Und dann passiert der unvorstellbare Fehler. Wo war sie mit den Gedanken? War sie schon bei der Medaille? Das darf nicht passieren. Da wäre viel möglich gewesen."

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