Olympia 2018: IOC-Entscheidung naht: Alle Infos zu Termin, Verfahren und Stimmen

Mit großer Spannung erwartet die Sportwelt die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) am Dienstag, dem 05. Dezember 2017. Verkündet wird die Entscheidung in Lausanne um 19.30 Uhr im Rahmen der Sitzung der IOC-Exekutive bei einer Pressekonferenz. SPOX verrät euch, wer welche Strafen ausspricht, was der Grund ist und wie die Meinungen der Funktionäre lauten.

Mit großer Spannung erwartet die Sportwelt die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) am Dienstag, dem 05. Dezember 2017. Verkündet wird die Entscheidung in Lausanne um 19.30 Uhr im Rahmen der Sitzung der IOC-Exekutive bei einer Pressekonferenz. SPOX verrät euch, wer welche Strafen ausspricht, was der Grund ist und wie die Meinungen der Funktionäre lauten.

Weniger als eine Woche vor der Entscheidung über einen Olympiastart Russlands schlägt der Dopingskandal weiter hohe Wellen. Zumal die gesperrten russischen Athleten sich weigern, ihre bei den Winterspielen in Sotschi gewonnenen Medaillen zurückzugeben.

Was ist das IOC und welche Aufgaben hat es?

Das IOC ist das höchste und allein stehende Gremium für die Olympischen Spiele. Es erkennt die Nationalen Olympischen Kommitees (NOK) an, vergibt die Olympischen Spiele und gibt sich mit der Olympischen Charta seine Regeln.

Aufgabe des Kommitees, welches aus bis zu 115 regulären Mitgliedern besteht, ist die Organisation und Betreuung der Olympischen Spiele.

Was ist der McLaren-Report?

Der McLaren-Report stammt von dem kanadischen Ermittler Richard McLaren. In diesem veröffentlichte er, dass zwischen 2011 und 2015 rund 1000 russische Athleten in staatlich organisiertes und systematisches Doping involviert waren. In diesen Zeitraum fallen auch die Olympischen Winterspiele von Sotschi im Jahr 2014.

Dieser Report gilt als Grundlage für die Ermittlungen und ausgesprochenen Sperren gegen die russischen Sportler. Weitere Informationen erhielt das IOC durch die Mitarbeit von Grigori Rodschenkow.

Im Vorfeld der Sommerspiele in Rio de Janeiro im vergangenen Jahr entschied sich das IOC noch gegen einen Komplett-Ausschluss der Russen.

Wer ist Grigori Rodschenkow?

Der Chemiker Grigori Rodschenkow war einst Leiter des Moskauer Anti-Doping-Labors. Heute ist der 59-jährige Russe einer der wichtigsten Kronzeugen zu den Vorwürfen des staatlichen Dopings.

Er veröffentlichte handgeschriebene Notizbücher, in welchen bestätigt wird, dass an seinem Arbeitsplatz systematisch Doping-Tests manipuliert wurden.

Die beiden Bücher wurden 2014 und 2015 verfasst und bezeugen neben dem detaillierten Dopingnetzwerk auch die Beteiligung von Regierungsmitgliedern.

Wie reagiert Russland auf die Vorwürfe?

Offiziell wird von russischer Seite bislang jeder Vorwurf konsequent abgestritten. Der stellvertretende Premierminister und frühere Sportminister Witali Mutko soll eine zentrale Rolle in den Manipulationen um Sotschi 2014 gespielt haben. Dieser verneinte bisher ebenfalls jegliche Verstrickungen.

Auch die betroffenen Sportler bezeichnen die Sperren als unfair und ungerechtfertigt. Eine Rückgabe der Medaillen sei zudem für die Russen nicht denkbar.

Was wurde bis hierhin unternommen?

Das IOC richtete die Oswald-Kommission ein und beauftragte sie damit, mutmaßliche Doping-Verstöße russischer Athleten bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi 2014 zu untersuchen.

Auf Grundlage der Ermittlungsergebnisse aus dem McLaren-Report sperrte die Oswald-Kommission als Teil des IOCs bislang 25 russische Sportler lebenslang in allen Funktionen für die Olympischen Spiele und sprach ihnen die errungenen Medaillen ab. Sie wurden konsequenterweise auch aus allen Ergebnislisten gestrichen.

Der Bob- und Skeleton-Weltverband IBSF folgte bislang als einziger Verband den Entscheidungen des IOC und verhängte gegen die betroffenen Sportler ebenfalls Sperren. Diese gelten provisorisch für den Weltcup.

Die bislang gesperrten Sportler in der Übersicht

Sportart Sportler Platzierung in Sotschi 2014
Biathlon Jana Romanowa 2. mit der Staffel
Olga Wiluchina 2. im Sprint und mit der Staffel
Olga Saizewa 2. mit der Staffel
Bob Alexander Subkow 1. im Zweier und Vierer
Alexei Negodailo 1. im Vierer
Dimitri Trunenkow 1. im Vierer
Olga Stulnewa 9.
Alexander Kasjanow 4. im Zweier und Vierer
Ilwir Chusin 4. im Vierer
Alexei Puschkarjow 4. im Vierer
Eisschnellauf Olga Fatkulina 2. über 500 m
Alexander Rumjanzew 11. über 5000 m
Skeleton Alexander Tretjakow 1.
Jelena Nikitina 3.
Olga Potylizina 5.
Maria Orlowa 6.
Sergej Tschudinow 5.
Skilanglauf Alexander Legkow 1. über 50 km, 2. mit der 4x10-km-Staffel
Jewgeni Below 18. im Skiathlon
Maxim Wylegschanin 2. über 50 km
Alexej Petuchow 8. im Sprint
Julia Iwanowa 6. mit der 4x5-km-Staffel
Jewgenija Schapowalowa 28. im Sprint
Anastassija Dozenko 6. im Teamsprint
Julia Tschekalewa 6. mit der 4x5-km-Staffel

Was sagen die deutschen Verantwortlichen zum Dopingskandal?

Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) Alfons Hörmann äußert sich positiv zu den verhängten Sperren: "Die bisher getroffenen Entscheidungen mit den lebenslangen Olympia-Sperren für einige russische Sportlerinnen und Sportler machen Mut. Sie bestätigen damit die Zielsetzung des IOC, dass rechtzeitig vor Pyeongchang so viel Chancengleichheit wie irgend möglich erreicht werden muss."

Allgemein sind von den deutschen Verantwortlichen erfreuliche Reaktionen zu der Härte der Bestrafung zu vernehmen. So wird vor allem das konsequente Vorgehen im Anti-Doping-Kampf von Thomas Schwab, Vorstand des Bob- und Schlittenverband, gelobt und auch der Präsident des Deutschen Curling-Verbandes Bernhard Mayr sagte: "Ich hoffe, dass das IOC bei den Themen, die eindeutig sind, konsequent bleibt."

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