Oliver Stokowski spielt Horst Lichter: "Diese Radikalität hat er, weil er schon mal fast tot war"

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Horst Lichter (rechts) bekommt zum 60. Geburtstag am 15. Januar einen Biopic von seinem Haussender ZDF geschenkt. In "Keine Zeit für Arschlöcher" verkörpert Schauspieler Oliver Stokowski (links) das TV-Original. Stokowski glaubt, im Rahmen seiner Vorbereitung das Geheimnis von Horst Lichters Popularität verstanden zu haben. (Bild: ZDF/Willi Weber)
Horst Lichter (rechts) bekommt zum 60. Geburtstag am 15. Januar einen Biopic von seinem Haussender ZDF geschenkt. In "Keine Zeit für Arschlöcher" verkörpert Schauspieler Oliver Stokowski (links) das TV-Original. Stokowski glaubt, im Rahmen seiner Vorbereitung das Geheimnis von Horst Lichters Popularität verstanden zu haben. (Bild: ZDF/Willi Weber)

Skurrile Idee, die dennoch zu einem berührenden Film führte: Der äußerst populäre ZDF-Entertainer Horst Lichter bekommt zum 60. Geburtstag eine intime Erzählung über das Sterben seiner Mutter geschenkt. Schauspieler Oliver Stokowski schlüpfte in die Haut des markanten "Bares für Rares"-Machers.

Eines der bekanntesten TV-Gesichter Deutschlands zu spielen, ist sicher nicht ohne Risiko. Zumal es sich bei Horst Lichter, der am 15. Januar 60 Jahre alt wird, um einen Mann mit sehr markantem Charakter handelt. Über diverse Kochshows, vor allem aber sein ZDF-Trödelformat "Bares für Rares" hat es der Menschenfänger mit dem auffälligen Bart zum TV-Quotengiganten gebracht. Anlässlich seines Geburtstags schenkt ihm das ZDF die Verfilmung der Autobiografie "Keine Zeit für Arschlöcher!" (Sonntag, 9. Januar, 20.15 Uhr). Sie beschäftigt sich mit dem Sterben von Horst Lichters Mutter. Der TV-Entertainer begleitete die schwer Krebskranke im Jahr 2014 einige Monate sehr intensiv und setzte sich dabei mit der eigenen Biografie auseinander. Für Schauspieler Oliver Stokowski ("Der Ermittler") - auch er wird in diesem Jahr 60 Jahre alt - war die intensive Vorbereitung auf die Rolle samt ausgiebiger Unterhaltung mit Horst Lichter über dessen Buch der Schlüssel zur Darstellung des populären Charakters.

"Der Horst ist ein ganz großherziger, aber auch gradliniger Mensch", erzählt Stokowski im Interview mit der Agentur teleschau. "Es gibt keinen Unterschied zwischen der TV-Persönlichkeit Horst Lichter und ihm als Privatmann. Er ist ein Mensch, der sich nicht verbiegt. Der sich auch nie verbogen hat. So etwas ist im Haifischbecken der Unterhaltungsbranche äußerst selten."

Dabei spielt durchaus eine Rolle, so Stokowski, dass Horst Lichter vor seiner eher späten TV-Popularität in jungen Jahren ein eher schwieriges Leben mit schweren Krankheiten, unglücklichen Jobs und dem frühen Tod eines Kindes führte: "Horst hat ein feines Gespür dafür, wo er sich wiederholt und verbraucht. Wir alle können von ihm lernen. Unser Leben braucht hin und wieder neue Impulse. Man muss sich freimachen können von Dingen, die nicht mehr funktionieren, die nicht mehr glücklich machen. Ich denke, diese Radikalität hat er, weil er schon mal fast tot war. Danach lebt man anders weiter. Zum Beispiel, indem man sagt, dass man keine Zeit mehr für Arschlöcher hat."

Oliver Stokowski in seiner Maske als Horst Lichter. Zu Beginn des Films bekommt er einen Anruf: Seine Mutter hat offenbar nicht mehr lange zu leben. Das echte Ereignis sorgte 2018 für einen "Cut" im Leben des TV-Entertainers. Nun wurde es - erstaunlich unklebrig - in ein ZDF-"Herzkino"-Melodram verwandelt. (Bild: ZDF / Willi Weber)
Oliver Stokowski in seiner Maske als Horst Lichter. Zu Beginn des Films bekommt er einen Anruf: Seine Mutter hat offenbar nicht mehr lange zu leben. Das echte Ereignis sorgte 2018 für einen "Cut" im Leben des TV-Entertainers. Nun wurde es - erstaunlich unklebrig - in ein ZDF-"Herzkino"-Melodram verwandelt. (Bild: ZDF / Willi Weber)
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