Oliveira zur KTM-Entwicklung: "Müssen die richtigen Prioritäten setzen"

Gerald Dirnbeck
·Lesedauer: 3 Min.

Im nächsten Jahr setzt KTM im Hauptteam auf Brad Binder und Miguel Oliveira. Beide haben in der abgelaufenen Saison MotoGP-Rennen gewonnen. Sie waren auch schon in den kleinen Klassen Teamkollegen und kennen sich gut.

Oliveira wechselt vom Tech-3-Team und übernimmt den Platz von Pol Espargaro, der zu Honda geht. "Ich bleibe im gleichen Haus. Bei Tech 3 haben wir eine sehr gute Beziehung aufgebaut. Deshalb bin ich traurig, dass ich das Team nach zwei Jahren verlasse", sagt der Portugiese.

"Gleichzeitig übernehme ich einen härteren Job, denn ich werde Werksfahrer sein. Ich erwarte nicht, dass es einfacher wird. Ich übernehme auch einen Platz, der hochkarätig besetzt war. Pol war oft auf dem Podium und hat die Pace bei KTM gemacht."

"Es wird kein einfacher Job, aber ich fühle mich dafür bereit. Ich will mich als Fahrer weiterentwickeln und KTM gute Ergebnisse bringen." Mit dem 2020er-Motorrad hat KTM einen großen Fortschritt gemacht.

1. Miguel Oliveira, Red Bull KTM Tech 3

1. Miguel Oliveira, Red Bull KTM Tech 3<span class="copyright">Gold and Goose / Motorsport Images</span>
1. Miguel Oliveira, Red Bull KTM Tech 3Gold and Goose / Motorsport Images

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Bis Ende November testeten Dani Pedrosa und Mika Kallio neue Entwicklungen für das nächste Jahr. Über den Winter wollen die Ingenieure in Munderfing das technische Paket schnüren. "Wenn wir etwas ändern, dann müssen wir uns sicher sein, dass es wirklich viel besser ist", betont Oliveira.

"Wir müssen genau verstehen, was die Prioritäten sind, weil wir nicht auf vielen unterschiedlichen Strecken gefahren sind. Deshalb könnte man sich in die falsche Richtung entwickeln oder falsche Entscheidungen treffen."

Oliveira zuversichtlich: "Motorrad funktioniert überall"

"In Misano 1 und Aragon 1 hatten wir Mühe, das stimmt. Auf anderen Strecken waren wir sofort konkurrenzfähig. Ich glaube, die Höhen und Tiefen kamen deshalb zustande, weil wir nicht viel Erfahrung mit dem 2020er-Motorrad hatten."

Trotzdem ist Oliveira zuversichtlich: "Sicher ist, dass unser Motorrad überall funktioniert. Das ist ein Zeichen der Erleichterung für 2021." Von den drei jungen Fahrern Binder, Iker Lecuona und Oliveira ist Oliveira derjenige mit der meisten KTM-Erfahrung.

Brad Binder, Red Bull KTM Factory Racing

Brad Binder, Red Bull KTM Factory Racing<span class="copyright">Gold and Goose / Motorsport Images</span>
Brad Binder, Red Bull KTM Factory RacingGold and Goose / Motorsport Images

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Danilo Petrucci bringt zwar insgesamt viel MotoGP-Erfahrung von Ducati mit, aber die KTM wird der Italiener bei den Wintertests im Februar und März erst kennenlernen müssen. Oliveira und Binder bringen es gemeinsam auf 44 MotoGP-Rennen.

"Es ist schwierig zusammenzufassen, was ich in diesem Jahr alles gelernt habe", sagt Binder, der bester Rookie des Jahres war. "Es gab viele Momente, in denen ich gute Fortschritte gemacht habe. Viele Details machen im Endeffekt einen großen Unterschied."

"Ich muss nächstes Jahr sicher noch Dinge besser machen. Pol werde ich als Teamkollegen vermissen, weil er auch mich auf Trab gehalten hat, damit ich noch mehr arbeite. Es wird sicher Spaß machen, im nächsten Jahr gegen ihn zu kämpfen."

"Miguel und ich waren in der Moto3 und in der Moto2 zusammen. Das wird sicher interessant werden. KTM arbeitet sehr hart. Sie werden uns sicher gute Dinge bringen. Alles sieht sehr gut aus. Wenn ich im nächsten Jahr noch einen Schritt mache, dann können wir stark sein", ist Binder überzeugt.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.