Auch ohne PayPal: Kann Pinterest ein so großes Ökosystem wie Facebook werden?

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PayPal (WKN: A14R7U) und Pinterest (WKN: A2PGMG): Das wird es so schnell nicht geben. Damit ist für Foolishe Investoren klar, dass sich das soziale Kreativnetzwerk zunächst auf sich selbst konzentrieren muss. Ganz ehrlich: Das ist definitiv nicht die schlechteste unternehmensorientierte Perspektive mit Blick auf die Chance und die Wachstumsmöglichkeiten.

Allerdings gibt es natürlich Peers. Facebook (WKN: A1JWVX) ist so beispielsweise ein solcher. Stellt sich bloß die Frage: Kann Pinterest über kurz oder lang so groß werden, wie es das soziale Netzwerk schlechthin ist? Ohne Zweifel etwas, das wir aus vielen verschiedenen Perspektiven heraus würdigen müssen.

Ohne PayPal: Pinterest auf dem Weg zu einem Facebook?

Damit Pinterest auch ohne PayPal ein Facebook werden kann, müssen die Nutzer natürlich noch signifikant wachsen. Das kleinere Kreativnetzwerk kam zuletzt auf 454 Mio. aktive, monatliche Nutzer. Der Platzhirsch im Markt sozialer Netzwerke schaffte es (zugegebenermaßen ein Quartal weiter) auf 2,91 Mrd. monatlich aktive Nutzer. Das ist natürlich noch ein bedeutender Unterschied, den wir hier erkennen können.

Tatsächlich müsste Pinterest sein Ökosystem um den Faktor 6,4 erweitern. Sowie einen Großteil der Nutzer auf das eigene Ökosystem bringen. Ob das gelingen kann? Die kleinere Nische als Kreativnetzwerk ist hier im Vergleich zu einem allgemeinen Netzwerk vielleicht nicht hilfreich. Wohl aber möglicherweise die Kombination dessen, was hieraus entstehen könnte.

Wenn es das Management schaffen sollte, mehr als bloß das Kreativnetzwerk in den Vordergrund zu stellen, könnte noch etwas Größeres erwachsen. Eine Kombination mit dem E-Commerce beispielsweise könnte einen kreativen Handels- oder Werbeplatz kreieren. Das wiederum könnte in der Reichweite noch eine Nummer größer sein. Ob es jemals zu 2,91 Mrd. Nutzern reicht? Schwierig mit Blick auf die Größe Facebooks.

Aber: Bei der Monetarisierung könnte diese Investitionsthese voll und ganz einschlagen. Facebook kam zuletzt jedenfalls auf einen durchschnittlichen Umsatz je Nutzer von 9,96 US-Dollar (eigene Berechnung). Pinterest liegt mit 1,04 US-Dollar auch hier meilenweit entfernt. Allerdings könnte das das Potenzial sein, das das Kreativnetzwerk noch bergen könnte.

Im Endeffekt ist es vielleicht nicht die Quantität, die relevant ist. Nein, sondern die Qualität mit Blick auf das Monetarisierungspotenzial. Wobei Pinterest dazu das eigene Geschäft noch mehr auf Umsatz polen müsste, um mit Facebook auch qualitativ mithalten zu können.

Ein interessantes Gedankenspiel

Dass PayPal Pinterest nun offenbar doch nicht möchte, führt bei einigen Investoren offenbar zu einer schnellen Abwehrhaltung gegenüber der Aktie. Mir zeigt der Peer-Vergleich mit Facebook jedoch, dass noch Potenzial vorhanden sein könnte. Quantitativ mag es aufgrund der Spezialisierung gewisse Grenzen geben. Qualitativ könnte jedoch, wenn das Management die eigenen Karten richtig ausspielt, jede Menge Potenzial vorhanden sein. Jetzt gilt es, genau das zu bergen.

Der Artikel Auch ohne PayPal: Kann Pinterest ein so großes Ökosystem wie Facebook werden? ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Vincent besitzt Aktien von Pinterest. Randi Zuckerberg, eine frühere Leiterin der Marktentwicklung und Sprecherin von Facebook sowie Schwester von CEO Mark Zuckerberg, sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Facebook, Paypal und Pinterest und empfiehlt die folgenden Optionen: Long January 2022 $75 Call auf PayPal Holdings.

Motley Fool Deutschland 2021

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