Ohne Marketing zu Konzernkunden: Warum dieses SaaS-Startup auf Entwicklerblogs setzt

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Das Team hinter dem SaaS-Startup Checkly: Tim Nolet, Hannes Lenke und Timo Euteneuer (v.l.)
Das Team hinter dem SaaS-Startup Checkly: Tim Nolet, Hannes Lenke und Timo Euteneuer (v.l.)

Es braucht nur wenige Klicks, um sich etwas nach Hause zu bestellen. Was der Kunde oftmals nicht weiß: Auf den Online-Plattformen geschehen im Hintergrund sekündlich Tests, um etwa Fehler oder zu lange Ladezeiten ausfindig zu machen. Diesen Prozess haben die Gründer des Startups Checkly automatisiert. Mit dem Programm der Berliner Firma werden Vorgänge auf Websites, etwa der Checkout eines Einkaufs, alle paar Sekunden aufs Neue getestet. Das soll Entwicklern bei der Arbeit helfen und Fehler im System schneller ausfindig machen.

Um ihr Programm weiter auszubauen und das Entwicklerteam in der Firma zu erweitern, hat das Startup in einer Series-A-Finanzierungsrunde nun 8,5 Millionen Euro (zehn Millionen Dollar) eingesammelt. Angeführt wird das Investment von der amerikanischen VC-Firma CRV, einem ehemaligen Fond für die Kommerzialisierung von Forschungsergebnissen des Massachusetts-Institut für Technologie (MIT). Accel, Mango Capital und der kalifornische Top-Entwickler Guillermo Rauch sind ebenfalls beteiligt.

Prominente Kundschaft

Checkly wurde 2017 aus eigenen Mitteln vom Niederländer Tim Nolet gegründet. 2020 holte er sich mit Hannes Lenke und Timo Euteneuer Verstärkung – beide haben bereits eigene IT-Unternehmen aufgebaut.

Etwa 300 Kunden setzen mittlerweile auf die Software der Firma, darunter namhafte Marken wie Europas größtes Handelsunternehmen, die Schwarz-Gruppe, die die Discounter-Ketten Lidl und Kaufland betreibt. Auch junge Technologieunternehmen wie das Auto-Abo-Startup Finn.auto und 1Password zählen zum Kundenstamm. Laut eigenen Angaben haben die Gründer bis dato keinen Euro für bezahltes Marketing ausgegeben. Statt auf Werbung setzt Gründer Nolet auf die Entwickler-Community, um die Bekanntheit seiner Marke zu steigern.

„Wir bringen der Community relativ viel und dafür werden sie unsere Nutzer“

Als Nolet anfing, das Testing-Tool für Checkly zu programmieren, hielt er die Entwicklerszene darüber in Blogs und Foren auf dem Laufenden. Wenn Fragen auftauchten, bat er die Entwickler-Community um Hilfe. Die Leute, mit denen Nolet in Kontakt trat, wurden zu zahlenden Kunden. „Wir bringen der Community relativ viel und dafür werden sie unsere Nutzer“, erklärt Lenke. An dem Konzept der Community-getriebenen Marketingstrategie will das Team hinter Checkly festhalten. Das Team schreibt noch immer Blogbeiträge. „So spricht sich unser Produkt letztendlich auch unter Großunternehmen rum“, so Euteneuer. Die Macher des US-amerikanischen Startups Vercel, dessen Bewertung aktuell bei etwa 1,1 Milliarden Euro liegt, seien auch über Entwicklerplattformen auf die Berliner Firma aufmerksam geworden. CEO Guillermo Rauch hat sogar als Angel investiert.

„Wir haben es nie darauf angelegt“

Eine klare Masche sei die Interaktion mit der Community aber nie gewesen. Dass sich namhafte Kundschaft positiv auf das Image und das Interesse der Investoren am dem SaaS-Startup auswirkt, sei dem Gründertrio erst mit der jüngsten Finanzierungsrunde richtig klar geworden. „Es ist einfach so wichtig, dass du Kunden hast, die bekannt sind und über dich sprechen“, so Euteneuer. Dass Konzerne wie die Schwarz-Gruppe mit dem Tool des Startups arbeiten wollen, bestätigt die Gründer außerdem in ihrem Produkt. „Wir haben gelernt, dass die Plattform reif genug für global agierende Kunden ist.“ Und das, ohne jemals Geld in bezahltes Marketing gesteckt zu haben.

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