Offiziell! Weah gewinnt Präsidentschaftswahl in Liberia

George Weah (M.) spielte für den AC Mailand, Paris St. Germain und Manchester City

Vom Weltfußballer zum höchsten Würdenträger seines Landes: Der frühere Stürmerstar George Weah ist neuer Präsident Liberias.

Der 51-Jährige setzte sich nach Angaben der staatlichen Wahlkommission in der Stichwahl um das höchste Staatsamt gegen Vizepräsident Joseph Boakai durch und wird in den kommenden sechs Jahren die Regierung des westafrikanischen Landes anführen.

Weah, der am Donnerstagabend nach Angaben der nationalen Wahlkommission nach Auszählung von 98,1 Prozent der Stimmen mit einem Anteil von 61,5 Prozent uneinholbar führte, soll am 22. Januar die Nachfolge der langjährigen Staatschefin Ellen Johnson Sirleaf antreten.

"Ohne Solidarität, Versöhnung und Frieden können wir nicht wachsen, können wir nicht vorankommen", hatte Weah unter anderem während des Wahlkampfes gesagt: "Ich bin die Wahl der Menschen." 

Der Kandidat der größten Oppositionspartei, der Koalition für Demokratischen Wechsel, will die Armut bekämpfen, Korruption eindämmen, neue Arbeit schaffen und das Bildungssystem verbessern.

Zwei erfolglose Wahlen

"King George", wie ihn seine Fans früher nannten, hatte sich 2005 vergeblich um das Präsidentenamt beworben und 2011 ebenfalls erfolglos für das Amt des Vizepräsidenten kandidiert.

Seit 2014 ist der einstige Stürmer der Renommierklubs AC Mailand, Paris St. Germain und Manchester City als Senator in der Politik aktiv gewesen. Insbesondere bei jungen Wähler genießt Weah große Sympathien. Der 73 Jahre alte Vizepräsident Boakai galt als Kandidat des Establishments.

Weah steht vor gewaltigen Herausforderungen: Liberia, zwischen 1989 und 2003 von Bürgerkriegen mit 250.000 Toten geplagt, ist eines der ärmsten Länder der Welt. Eine schwere Ebola-Epidemie zwischen 2014 und 2016 belastete die Wirtschaft zusätzlich.

Der scheidenden Präsidentin und Friedensnobelpreisträgerin Johnson Sirleaf wird vorgeworfen, nicht genug im Kampf gegen Armut und Korruption unternommen zu haben. Sie führte das Land zwölf Jahre lang - als erste und bislang einzige gewählte Präsidentin Afrikas - und durfte nach zwei Amtszeiten nicht erneut kandidieren.