Offenhaltung: Dobrindts seltsame Tegel-Wende wirft Fragen auf

Der Flughafen Berlin-Tegel am 07.01.2014 in Berlin. Foto: picture alliance / Robert Schlesinger [ Rechtehinweis: picture alliance ]

Den Berliner und Brandenburger Aufsichtsräten der Flughafengesellschaft dürfte es am Freitagmorgen die Laune verhagelt haben. Kaum waren sie in der Lounge des Flughafens Tegel zusammengekommen, um sich von Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup die Erweiterungspläne für den BER erläutern zu lassen, liefen Zitate des Bundesverkehrsministers Alexander Dobrindt über die Nachrichtenkanäle: Der CSU-Politiker stellte de facto die Arbeit der Geschäftsführung in Frage, die gerade zeigte, wie das erwartete Passagierwachstum am BER zu bewältigen sei. Dobrindt aber reihte sich unter die Zweifler ein: "Die Kapazitäten am BER werden mittelfristig für Berlin wohl nicht ausreichend sein", sagte der Minister.

Lütke Daldrup hingegen geht davon aus, dass er auch nach den deutlich nach oben korrigierten Prognosen genügend Platz hat in Tegel. 55 Millionen Passagiere, deutlich mehr als bisher vorausgesagt, sollen bis 2040 durch den BER und weitere An- und Erweiterungsbauten geschleust werden, berichtete der Flughafenchef den Aufsichtsräten.

"Eine Hauptstadt mit zwei Flughäfen ist gut vorstellbar"

Bild Nr. 1:
Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) Michael Kappeler / dpa

Aber Dobrindt zog einen anderen Schluss. Man könne "über die Offenhaltung des Flughafens Tegel nachdenken", sagte der Minister und verabschiedete sich vom Konsensbeschluss, der seit 1996 die Gesellschafter Berlin, Brandenburg und Bund auf einen Flughafenstandort verpflichtet: "Eine Hauptstadt mit zwei Flughäfen ist gut vorstellbar", so Dobrindt. Es sei Aufgabe der Geschäftsführung, eine Prüfung in Auftrag zu...

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