Offenbar sechs Tote bei Raketenangriff auf Handelsmesse in Damaskus

Bei einem Raketenangriff auf die Internationale Handelsmesse in der syrischen Hauptstadt Damaskus sind am Sonntag nach Angaben aus verschiedenen Quellen sechs Menschen getötet worden

Bei einem Raketenangriff auf die Internationale Handelsmesse in der syrischen Hauptstadt Damaskus sind am Sonntag nach Angaben aus verschiedenen Quellen sechs Menschen getötet worden. Unter den Toten seien zwei Frauen, teilte die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Rund ein Dutzend weitere Menschen seien verletzt worden. Ein Mitarbeiter der Rettungskräfte bestätigte der Nachrichtenagentur AFP die Angaben. Die Messe wurde erstmals seit 2011 abgehalten.

Die oppositionsnahe Beobachtungsstelle stützt sich auf ein Netzwerk von Aktivisten in Syrien. Ihre Angaben können von unabhängiger Seite nur schwer überprüft werden.

Der Raketenangriff ereignete sich den Angaben zufolge in der Nähe des Messe-Eingangs. Ein Mitarbeiter eines Krankenhauses in Dscharamana südwestlich von Damaskus sagte AFP, er habe gesehen, wie Tote und Verletzte vom Messegelände weggebracht wurden. Ein 39-jähriger Syrer, der auf der Messe arbeitet, sagte zu AFP, er habe eine Explosion gehört und seitlich vom Eingang Rauch aufsteigen sehen.

Eine offizielle Bestätigung der Zahl der Toten und Verletzten gab es nicht. Das syrische Staatsfernsehen berichtete kurzzeitig über den Raketeneinschlag, dabei war auch von Verletzten die Rede. Später verschwand die Meldung wieder; ein Reporter auf der Messe berichtete ausschließlich über die Veranstaltung selbst.

Die Handelsmesse in Damaskus wird erstmals seit Beginn des syrischen Bürgerkriegs 2011 abgehalten und soll nach den Vorstellungen der syrischen Staatsführung die internationalen Handelsbeziehungen wiederbeleben.

Die Handelsmesse soll zehn Tage dauern, sie wurde am Donnerstag eröffnet. Messe-Direktor Fares al-Kartalli hatte zur Eröffnung gesagt, das Wiederanknüpfen an die Messe-Tradition solle ein "Signal für den Wiederaufbau" Syriens sein. Die Anfänge der Handelsmesse reichen bis in die 50er Jahre des 20. Jahrhunderts zurück.

Auf der Messe sind Unternehmen aus 23 Ländern vertreten, welche die diplomatischen Beziehungen zu Syrien während des Bürgerkriegs aufrechterhalten haben. Die USA und Europa, die Wirtschaftssanktionen gegen die Regierung von Syriens Machthaber Baschar al-Assad verhängt haben, wurden nicht offiziell eingeladen. Dennoch sind auf der Messe einige westliche Unternehmen vertreten.

Assad sagte am Sonntag in einer im Staatsfernsehen übertragenen Rede, Länder, die eine Wiederaufnahme der Beziehungen zu Damaskus anstrebten, müssten ihre Unterstützung für Rebellengruppen in Syrien beenden. "Wir sind nicht so isoliert, wie sie denken", sagte Assad.