Offenbar Brandanschlag auf Fahrzeug von AfD-Chef Chrupalla

AfD-Chef Tino Chrupalla

Auf das Fahrzeug des AfD-Vorsitzenden Tino Chrupalla ist offenbar ein Brandanschlag verübt worden. Die Feuerwehr löschte in der Nacht zu Montag ein brennendes Auto im sächsischen Gablenz. Nach AfD-Angaben stand es auf dem Privatgrundstück Chrupallas. Der Staatsschutz des Landeskriminalamts Sachsen übernahm wegen einer möglichen politisch motivierten Tat die Ermittlungen. Chrupalla sprach von einem "direkten Angriff" auf seine Familie. Ko-Parteichef Jörg Meuthen führte die Tat auf "unverantwortliche Stimmungsmache" zurück.

Chrupalla ist seit drei Monaten AfD-Bundesvorsitzender, seit 2017 sitzt der 44-Jährige im Bundestag. Er hatte bei der Bundestagswahl für die AfD das Direktmandat im Wahlkreis Görlitz geholt, und zwar gegen den damaligen Unionsfraktionsvize und heutigen sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU).

Den Polizeiangaben zufolge wurde die Feuerwehr nachts zu einem brennenden Pkw in Gablenz gerufen. Der Fahrzeughalter habe nach ersten Löschversuchen über Atembeschwerden geklagt und sei vorsorglich ins Krankenhaus gebracht worden. Am Fahrzeug selbst entstand Totalschaden.

Chrupalla sagte der "Bild"-Zeitung: "Das überschreitet alle nur denkbaren Grenzen." Diese Eskalation müsse aufhören. Über den Kurzbotschaftendienst Twitter rief er "alle politischen Akteure zur Mäßigung und Selbstreflexion auf".

Meuthen erklärte, Chrupalla habe das Krankenhaus am Montagvormittag nach der Behandlung einer Rauchvergiftung wieder verlassen können. Es sei aber "nur eine Frage der Zeit, bis Menschen noch ernster zu Schaden kommen", so Meuthen. Er appelliere an "alle Journalisten und Politiker", sich "in ihren verbalen Attacken gegen die AfD" zu mäßigen. "Extremisten verstehen diese als Aufforderungen zu schlimmsten Straftaten", erklärte der AfD-Chef.

Der sächsische AfD-Landesvorsitzende Jörg Urban sprach von "Einschüchterung von gewählten Politikern". Auch er gab den Medien eine Mitverantwortung.