OECD hebt Wachstumsprognose für Deutschland an

Containerschiffe im Hamburger Hafen

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat ihre Konjunkturprognose für Deutschland angehoben: In ihrem am Dienstag vorgestellten Wirtschaftsausblick für den Herbst geht die Organisation im laufenden Jahr von einem Wachstum von 2,5 Prozent aus, das sind 0,3 Punkte mehr als bisher prognostiziert. Im kommenden Jahr rechnet die OECD mit einem Plus von 2,3 Prozent.

Damit sei Deutschland erneut Zugpferd in der Eurozone, wo die Wirtschaft laut der Prognose im Schnitt in diesem Jahr um 2,3 Prozent wachsen soll und 2018 um 2,2 Prozent, erklärt die OECD.

Die OECD ist mit ihrer Prognose deutlich optimistischer als die Bundesregierung. Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) ging bisher von 2,0 Prozent Wachstum in Deutschland in diesem Jahr aus. Dies bestätigten zuletzt auch die sogenannten Wirtschaftsweisen.

Die OECD ruft die künftige Bundesregierung auf, die Infrastruktur zu modernisieren und das Angebot an Kinderbetreuungsmöglichkeiten und Ganztagsschulen auszuweiten. Zudem besteht nach Ansicht der Organisation Spielraum für Steuersenkungen, unter anderem für Zweitverdiener. "Solche Maßnahmen würden ein inklusives und umweltverträgliches Wachstum stärken", erklärte die OECD in Berlin.

Zugleich warnte die Organisation erneut vor einer weltweiten Schuldenblase. Die hohen Kreditverpflichtungen vieler privater Unternehmen könnten im negativen Fall zu Ausfällen führen und das Wachstum dämpfen, betonte Chefökonomin Catherine Mann in Paris.