OECD-Bericht: Länder müssen mehr in Gesundheitspersonal investieren

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PARIS (dpa-AFX) - Die Corona-Pandemie hat gravierende Schwachstellen in den Gesundheitssystemen vieler europäischer Länder offenbart. Staaten müssten vor allem mehr in ihr Gesundheitspersonal investieren, heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) mit Sitz in Paris.

Der Mangel an Personal sei in der Krise eine größere Einschränkung als der Mangel an Krankenhausbetten gewesen. Das zeige, dass die Ausbildung von qualifiziertem Gesundheitspersonal mehr Zeit in Anspruch nehme als die Schaffung temporärer Einrichtungen. Außerdem sei es wichtig, Reservekapazitäten beim Personal zu schaffen.

Die Untersuchung kommt außerdem zu dem Ergebnis, dass Regierungen effektive Strategien für Lockerungen von Corona-Maßnahmen erarbeiten müssen, um weitere Lockdowns zu vermeiden. Wichtig seien dabei Tests zur Kontaktnachverfolgung und Kontaktbeschränkungen, heißt es in dem Bericht weiter, der sich mit den Auswirkungen der Pandemie auf die Gesundheitssysteme von EU-Staaten auseinandersetzt. Die Ausbreitung des Virus werde maßgeblich gebremst, wenn große Versammlungen verboten würden und die Menschen im Home-Office arbeiteten. Ebenfalls zentral sei das Tragen von Corona-Schutzmasken.

"Viele Länder hatten in den ersten Monaten der Krise Mühe, die Verfügbarkeit von Masken und anderer persönlicher Schutzausrüstung zu erhöhen", schreiben die Autoren. Die meisten Länder hätten auch Mühe gehabt, ihre Testkapazitäten zu erhöhen, was die Wirksamkeit der Rückverfolgungsbemühungen eingeschränkt habe. Dadurch seien nur wenige Optionen geblieben, um die Ausbreitung des Virus während der ersten Welle einzudämmen, was schließlich strengere Eindämmungsmaßnahmen erforderlich machte.