Oderlfut: Als die Oderflut die Deiche sprengte

Die Ernst-Thälmann-Siedlung in der Gemeinde Ziltendorf

Frankfurt (Oder).  Die Oder außer Rand und Band: Ungeahnte Wassermassen reißen im Juli vor 20 Jahren alles mit sich, was ihnen im Wege ist. Deiche brechen, das Wasser mäandert ins Hinterland. In Polen und Tschechien kommen mehr als 100 Menschen ums Leben. In Brandenburg gibt das Landesumweltamt am 8. Juli eine Hochwasserwarnung heraus, am 17. Juli erreicht die Flut bei Ratzdorf Brandenburger Gebiet. Ein paar Tage später bricht rund 30 Kilometer weiter der erste Deich. Die Fluten breiten sich aus.

In Brandenburg verliert niemand sein Leben. Alles in allem summieren sich allerdings die Hochwasserschäden auf märkischer Seite auf eine halbe Milliarde Euro. In Polen waren es 2,5 und in Tschechien 1,75 Milliarden Euro, sagt Albrecht Broemme, Präsident der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW).

Von der "Mutter aller Hochwasser" in der Region spricht der ehemalige Chef des Landesumweltamts, Matthias Freude. "So eine Flut hat bei uns noch niemand erlebt." Keiner habe zuvor etwas auf den Klimawandel und die veränderte Niederschlagsintensität gegeben. Mittelmeer-Einfluss und sintflutartige Niederschläge seien für die meisten so unvorstellbar gewesen, "als wenn Außerirdische auf der Erde landen würden", betont Freude. Praktisch über Nacht wurde 1997 der Pegel an der polnisch-tschechischen Grenze weggespült. Rasant flossen die Wassermassen dann in Richtung Norden.

Brandenburg kam "mit einem blauen Auge" davon

Auch wenn die Ziltendorfer Niederung südlich von Frankfurt (Oder) nach Deichbrüchen in den Fluten v...

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