Oberstes Gericht der Malediven verfügt Freilassung politischer Gefangener

Ex-Präsident der Malediven, Mohamed Nasheed

Das Oberste Gericht der Malediven hat am Donnerstag die Freilassung aller wichtigen politischen Gefangenen angeordnet. Zugleich hob das Gericht das Urteil gegen den ehemaligen Staatschef Mohamed Nasheed auf. Dieser war 2015 in einem umstrittenen Verfahren wegen Terrorvorwürfen zu einer 13-jährigen Haftstrafe verurteilt worden. Die UNO und zahlreiche westliche Staaten hatten damals den Prozess und die Verurteilung gemäß den Antiterrorgesetzen des Landes kritisiert.

Nasheed hatte die Malediven von 2008 bis 2013 regierte. Anfang 2016 durfte er zu einer medizinischen Behandlung nach Großbritannien ausreisen, wo ihm Asyl gewährt wurde. Seitdem lebt er im Londoner Exil. Die jetzt getroffene Entscheidung des Obersten Gerichts ermöglicht ihm, in seine Heimat zurückzukehren und dort bei der Präsidentschaftswahl in diesem Jahr an der Spitze eines Oppositionsbündnisses gegen den derzeitigen Amtsinhaber Abdullah Yameen anzutreten.

Nasheed und fünf weitere Oppositionspolitiker, deren Freilassung das Gericht anordnete, werfen Yameen Korruption und illegale Bereicherung vor. Die politische Lage im Touristenparadies der Malediven im Indischen Ozean war in den vergangenen Jahren stark angespannt. Die wichtigsten Oppositionspolitiker saßen entweder im Gefängnis oder mussten das Land verlassen.