Oberstes Gericht bestätigt Haftstrafen wegen Mordes an Palästinenserjungen

Dreieinhalb Jahre nach dem brutalen Mord an einem 16-jährigen Palästinenser hat der Oberste Gerichtshof Israels die langen Haftstrafen gegen die drei israelischen Täter bestätigt. Der als Hautverantwortlicher verurteilte, heute etwa 30-jährige Josef Haim Ben-David muss lebenslang ins Gefängnis, wie das israelische Justizministerium am Donnerstag mitteilte.

Zudem bestätigte das Gericht die Haftstrafen gegen die beiden Komplizen von Ben-David. Diese waren zur Tatzeit minderjährig, weshalb ihre Namen nicht bekanntgegeben wurden. Sie waren zu lebenslanger Haft beziehungsweise zu 21 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Lebenslange Haft ist in Israel die Höchststrafe, die Todesstrafe droht allein bei Kriegsverbrechen und Landesverrat.

Das Trio hatte im Juli 2014 den 16-jährigen Palästinenser Mohammed Abu Chdeir aus Ost-Jerusalem auf dem Weg zur Moschee entführt. Sie verbrannten den Jungen bei lebendigem Leib in einem Waldstück. Die drei rechtsextremen Juden wurden wenige Tage später festgenommen und 2016 verurteilt. Sie gaben an, sie hätten aus Rache für die Verschleppung und Ermordung von drei israelischen Jugendlichen drei Wochen zuvor im Westjordanland gehandelt.

Die Verteidiger von Ben-David hatten gegen die lebenslange Haftstrafe Berufung eingelegt, weil ihr Mandant zur Tatzeit wegen psychischer Probleme schuldunfähig gewesen sei. Er hatte sich unter anderem als "Messias" bezeichnet. Der Oberste Gerichtshof urteilte jedoch, Ben-David sei schuldfähig und zur Tatzeit "im Vollbesitz seiner Kräfte" gewesen.

Bei der Urteilsverkündung befanden sich neben den drei Angeklagten auch Angehörige des Opfers im Gerichtssaal. Der Vater des Palästinenserjungen, Hussein Abu Chdeir, zeigte sich nach dem Urteil erleichtert, dass er den Tätern nun nicht mehr begegnen müsse. Zugleich prangerte er die seiner Ansicht nach unzureichenden Strafen an. Palästinenser würden in solchen Fällen härter bestraft, sagte er.

Der Mord an dem Jungen hatte 2014 für Entsetzen unter den Palästinensern gesorgt. Es kam zu gewalttätigen Demonstrationen und neuer Gewalt, die letztlich in den Gazakrieg im Juli und August 2014 mündete.