Oberster Wahlaufseher in Georgia: Auszählung dürfte noch dauern

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ATLANTA (dpa-AFX) - Der oberste Wahlaufseher im US-Bundesstaat Georgia, Brad Raffensperger, erwartet mehr Klarheit über den Ausgang der Stichwahlen um zwei Sitze im US-Senat am Mittwochmittag (Ortszeit/abends MEZ). "Es ist sehr eng", sagte Raffensperger dem Nachrichtensender CNN. "Hoffentlich haben wir bis zum Mittag eine bessere Vorstellung davon, wo wir uns befinden." Die Auszählung werde im Laufe der US-Nacht voraussichtlich pausieren, sagte Raffensperger.

Der Staatssekretär wies darauf hin, dass neben Tausenden noch nicht ausgezählten Stimmen aus verschiedenen Bezirken noch um die 17 000 Stimmzettel unter anderem von Militärangehörigen im Ausland erwartet würden, die angesichts des knappen Rennens wichtig werden könnten. Die Frist für den Eingang dieser Briefwahlunterlagen laufe am Freitag um 17.00 Uhr (Ortszeit/23.00 Uhr MEZ) ab.

Die Stichwahlen, die über die Machtverhältnisse im einflussreichen US-Senat in Washington entscheiden, haben laut Raffensperger eine Vielzahl an Wählern mobilisiert. Schätzungsweise hätten mehr als 4,5 Millionen Menschen abgestimmt. "Das ist eine sehr, sehr hohe Wahlbeteiligung", sagte er.

An den Wahlen am 3. November hatten sich knapp 5 Millionen Menschen in Georgia beteiligt, als parallel zur Präsidentenwahl auch etwa ein Drittel der Senatssitze zur Abstimmung stand. In Georgia erreichte im ersten Durchgang jedoch keiner der Senatskandidaten die nötige absolute Mehrheit, weshalb es zu den Stichwahlen kam.

Die demokratischen Kandidaten müssten sich beide gegen die Republikaner durchsetzen, damit es eine Pattsituation mit 50 zu 50 Stimmen in der Kammer gibt. Ein Patt könnte dann von Amts wegen von der künftigen US-Vizepräsidentin Kamala Harris zu Gunsten der Demokraten aufgelöst werden. Den Republikanern genügt ein Sieg bei den beiden Stichwahlen, um ihre knappe Mehrheit im Senat zu halten.