Oberbürgermeister im Interview: Herrschte in Schorndorf Ausnahmezustand?

In der schwäbischen Stadt kam es beim Sommerfest zu Randalen.

Die schwäbische Kleinstadt Schorndorf ist plötzlich bundesweit in den politischen Schlagzeilen. Das  viertägige Stadtfest, der Schorndorfer Woche, blieb in der Nacht zum Sonntag nicht friedlich. Weil laut Polizei auch Migranten beteiligt waren, verglich die AfD die Vorfälle mit der Kölner Silvesternacht. Der Schorndorfer Oberbürgermeister, Matthias Klopfer (SPD), widerspricht.

Herr Klopfer, ist oder war Schorndorf im Ausnahmezustand?

Nein, überhaupt nicht. Es sind keine randalierenden Horden durch Schorndorf gezogen. Im Schlosspark haben wie jedes Jahr am Rande des Stadtfests unsere Jugendlichen gefeiert, vielleicht 1000 Leute, mit viel Alkohol.  Das ist leider eskaliert.

Was ist passiert?

Das ist noch immer unklar, weil es noch keine genauen Zeugenaussagen gibt. Zwei Gruppen sind aneinander geraten, erst verbal, dann körperlich. Es wurden Flaschen geworfen – auch gegen die Polizei, als die einschreiten wollte.

War das eine Massenschlägerei?

Da waren vielleicht 20 gegen 20 unterwegs. Nicht gut, keine Frage. Aber es gibt keine Verletzten bei der Polizei. Es wurde auch sonst keine schweren Körperverletzungen gemeldet, allenfalls Schnittverletzungen. Es gibt keine Tatverdächtigen, die festgenommen wurden.

Aber es gibt vier gemeldete Fälle sexueller Belästigung.

Ja, bedauerlicherweise. Das ist von dem Schlosspark-Vorfall unabhängig. Es gibt auch bei zwei Fällen Tatverdächtige: ein Iraker und eine Gruppe Afghanen.

Die AfD vergleicht die Schorndorfer Ereignisse mit der Kölner Silvesternacht von 2015, wo um den Dom offenbar Hunderte Frauen von Männern aus Nordafrika bedrängt wurden.

Weder Köln noch Hamburg – die Randale beim G20-Gipfel – kann mit Schorndorf verglichen werden. Die sexuelle Belästigung macht uns wirklich Sorgen. Aber das gibt es auch auf anderen Stadtfesten und die Täter kommen aus allen Alters- und...Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung