Obdachlosenzählung in Paris

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag haben Pariser Behörden eine Obdachlosenzählung organisiert. Die Aktion geschah nur wenige Wochen, nachdem ein Regierungsvertreter dafür kritisiert wurde, das Problem kleinzureden: Der Politiker hatte behauptet, es gäbe nur rund 50 Männer, die im Großraum Paris auf der Straße schliefen. Öffentliche Angestellte und 1700 Freiwillige gingen durch alle Pariser Stadtviertel. Sie hatten auch einen Fragebogen dabei: In Zukunft sollen die Hilfeleistungen an die Bedürfnisse der auf der Straße lebenden Menschen angepasst werden.

Die Idee sei, eine "Momentaufnahme der Realität" der Menschen auf der Straße zu machen, erklärte Bürgermeisterin Anne Hidalgo, die sich von ähnlichen Initiativen in New York, Brüssel und Athen inspirieren ließ.

Ein vorläufiges Ergebnis der Obdachlosenzählung soll nächste Woche bekannt gegeben werden, endgültige Zahlen sollen im nächsten Monat vorliegen. Offizielle Angaben gibt es nicht. Hilfsverbände schätzen die Zahl der SDF, der Menschen ohne festen Wohnsitz, auf rund 3000 in der französischen Hauptstadt.

Bis Ende 2017 sollte es keine Obdachlosen mehr auf der Straße geben. Das hatte Frankreichs Präsident Emmanuelle Macron versprochen, als er an die Macht kam. Die Obdachlosenzählung zeigt, dass dieses Ziel in weiter Ferne liegt.