Obdachlosen-Zeitungen stehen vor dem Aus – und es geht um mehr als nur Geld

Veit Lindner
Obdachlose in Hannover. Für viele bietet ein Job bei einer Straßenzeitung Halt und Hoffnung.

Es sind Magazine mit überschaubarer Auflage. Kein Hochglanz. Kein Schnickschnack. 

Aber für viele Menschen sind diese unauffälligen Publikationen so viel mehr. Sie bedeuten ein bisschen Geld, Arbeit, Würde, Aufmerksamkeit, Halt und auch Hoffnung: die Obdachlosen-Zeitungen.

All das steht nun auf dem Spiel. Viele Obdachlosen-Zeitungen sind bedroht.

Auflage von “Fiftyfifty” um die Hälfte eingebrochen

Oliver Ongaro vom Düsseldorfer Straßenmagazin “Fiftyfifty”, das auch in Frankfurt verkauft wird, sagt der HuffPost: “Wir waren mal bei einer Auflage von 60.000, jetzt bei 30.000, und damit sind wir noch gut aufgestellt im Vergleich. Ganz viele sind kaputt gegangen.”

Auch Sybille Arendt vom traditionsreichen Hamburger Straßen-Magazin “Hinz & Kunzt” bestätigte der HuffPost einen kontinuierlichen Rückgang der Auflagen innerhalb der letzten vier Jahre: “Mal verkaufen wir mehr, dann wieder weniger, aber wir bemerken einen Abwärtstrend.”

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Nur noch 20 Magazine in Deutschland

Laut dem Obdachlosen-Magazin “Tagessatz” aus Göttingen gibt es in Deutschland 40 solcher Zeitungen. Das “International Network of Street Papers” (“INSP”), ein weltweiter Zusammenschluss von Straßenzeitungen, listet dagegen nur noch 20 Magazine auf.

► Die Zahl der Obdachlosen-Zeitungen ist offenbar rückläufig. Das zeigen auch Recherchen der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” (“FAZ”).

Mittlerweile scheint es Regionen in Deutschland zu geben, in denen Straßenmagazine ausgestorben sind. Die Redaktionsleiterin des “Tagessatz”, Ute Kahle, sagte der “FAZ”, Hessen sei im Bezug auf Straßenzeitungen zu einer “Wüste” geworden.

An dem Negativtrend ändern auch regionale Ausnahmen nichts, wie bei “Tagessatz” in Kassel oder “Trott war” in Stuttgart, wo sich Geschäftsführer Helmut Schmid dank erfolgreicher Öffentlichkeitsarbeit sogar auf...

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