Obdachlose in Berlin: Ein Notsignal vom Bahnhof Zoo

Obdachlose am Bahnhof Zoo

Wer in diesen Tagen den Bahnhof Zoo besucht, erlebt ein ungewöhnliches Bild: Es ist sauber, einigermaßen zumindest, und meistens leise. Nur kleine Grüppchen von Menschen stehen vor dem Bahnhof, die sehr betrunkenen und aggressiven Besucher, die man sonst hier oft sah, fehlen. Ebenso das Chaos aus Tüten, Decken, Flaschen und Müll unter der Brücke an der Hertzallee und am Eingang des Tiergartens. Nur ein paar Habseligkeiten sind ordentlich in Einkaufswagen verstaut.

Noch vor wenigen Tagen war das anders. In den letzten Wochen sei es während der Essenausgabe der Bahnhofsmission an der Jebensstraße mehrfach zu gewalttätigen Auseinandersetzungen unter Gästen gekommen, mehrfach wurden auch Mitarbeiter der Bahnhofsmission bedroht, sagt deren Leiter Dieter Puhl. Die Mission versorgt täglich bis zu 700 meist wohnungslose Menschen mit Essen und Kleider-Notspenden. An den Straßenrändern kampierten Gruppen von Menschen, tranken und lärmten. Anfang August gab es dann richtig Ärger.

"Vor unserer Tür flogen Fäuste und Flaschen, Messer wurden gezückt", schrieb Puhl auf Facebook – ein Hilferuf. 25 Polizisten seien sofort angerückt, postete er, "Danke!" Anlass des Streits war eine Auseinandersetzung in der Kleiderkammer. Eine Frau wollte eine Jacke, obwohl sie bereits eine trug. Als ihr das verwehrt wurde, holte sie Verstärkung, Mitarbeiter wurden bedroht, so Puhl. Es sei der dritte Einsatz dieser Größenordnung innerhalb von zwei Monaten gewesen.

Bahnhofsmission ist die größte und bekannteste Ein...

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