Obamas produzieren neuen Podcast über muslimisches Leben

Moritz Piehler
·Freier Autor
·Lesedauer: 3 Min.
Nach dem Ende der Präsidentschaft widmen sich die Obamas ihrem sozialen Engagement mit ihrer Stiftung und nun auch der Medienproduktion. (Verlag: Scott Olson/Getty Images)
Nach dem Ende der Präsidentschaft widmen sich die Obamas ihrem sozialen Engagement mit ihrer Stiftung und nun auch der Medienproduktion. (Verlag: Scott Olson/Getty Images)

Die Produktionsfirma der Obamas produziert politisch ambitionierte Podcasts und Dokus. Ihr neuestes Projekt soll jetzt eine Plattform für die Geschichten muslimischer Menschen sein.

Nachdem es eine Weile etwas ruhiger um die Obamas geworden war steigen sie nun mehr und mehr in die mediale Produktionswelt ein. Ihre eigene Produktionsfirma "Higher Ground" hat bereits mehrere Dokumentationen auf Netflix veröffentlicht. Mal geht es um die Arbeitsbedingungen in US-Fabriken, wie in "American Factory", mal um die eigene Biografie, wie in "Becoming", der begleitenden Doku zu Michelles Buch.

Doch neben weiteren Filmprojekten wendet sich die Produktionsfirma vermehrt auch dem Podcast-Genre zu. Schon der Podcast von Michelle Obama, für den sie von Familienfreunden bis Prominenten verschiedenste Gäste einlud, war im vergangenen Jahr ein echter Hit. Und "Higher Ground Productions" hat auch den gemeinsamen Podcast von Barack Obama und Bruce Springsteen produziert, der seit Anfang dieser Woche auf Spotify zu hören ist. In den acht Folgen von "Renegades: Born in the USA" unterhalten sich der Ex-Präsident und der Rockstar über große Themen wie Männlichkeit, Politik und Rassismus.

Barack und Bruce: Der neue Podcast von Obama und Springsteen

Nun kündigten die Obamas das nächste Podcast-Projekt an und es ist ein auch politisch ambitioniertes. Der Podcast wird den Titel "Tell Them, I Am" tragen und sich ausschließlich den Geschichten muslimischer Menschen widmen.

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Anders als bei den bisherigen Podcasts treten die Obamas nicht selbst auf. Die Serie wird moderiert von Misha Euceph, die pakistanische und US-amerikanische Wurzeln hat. Die neue Staffel wurde auf dem "Stream On" Event von Spotify von der 27-jährigen Moderatorin angekündigt. "Die Geschichten sind alle universell und die Gäste alle muslimisch," sagte Euceph. "Das ultimative Ziel ist es, dass die Menschen etwas fühlen, sich in die Leute verlieben, denen sie zuhören, ohne darüber nachzudenken, wer sie sind und wie sie aussehen."

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Euceph selbst hörte als Jugendliche den Comedian Maz Jobrani und wollte seitdem selbst ins Showbusiness. Der entscheidende Satz, den sie in Jobranis Stand-Up Comedy hörte, war: "Ich will einen Muslim zeigen, der einfach einen Keks backt." Das sei der Grund, warum sie jetzt diesen Podcast mache, verriet Euceph auf der "Tell Them, I Am"-Homepage. Die erste Folge soll zu Beginn des diesjährigen Ramadan am 13. April zu hören sein.

Fortsetzung der "Rede von Kairo"

Im Juni 2009 hatte der damals frisch gewählte Obama mit seiner Rede an die islamische Welt in Kairo für Aufsehen gesorgt. Viele Beobachter deuteten die Rede als Symbol für einen Wandel der US-amerikanischen Außenpolitik. Die Rede trug den vielversprechenden Titel "A new Beginning" (Ein neuer Anfang). Doch im Laufe der achtjährigen Amtszeit konnte Obamas Regierung viele der Versprechungen nicht einlösen.

Und spätestens mit der Trump-Regierung wurden leichte Entspannungen, zum Beispiel im Verhältnis zum Iran, wieder zunichte gemacht. In der vierjährigen Amtszeit Donald Trumps haben antimuslimische Ressentiments und Übergriffe in den USA rapide zugenommen. Dabei leben in den USA laut Schätzungen etwa 3,5 Millionen Muslime. 

Auch ein deutsches Problem: Zahl der Übergriffe auf Muslime 2020 erneut gestiegen

So ist der neue Podcast auch als eine Fortführung der hoffnungsvollen politischen Versprechen zu sehen, die der Ex-Präsident der muslimischen Bevölkerung vor mehr als zwölf Jahren im Wahlkampf gegeben hatte. Was auf weltpolitischer Ebene nicht gelang, soll nun im Kleinen, Alltäglichen versucht werden.

VIDEO: Obama und Springsteen haben einen Podcast