Obama wird bei kurzem Einsatz als Geschworener gefeiert

Das Interesse an Barack Obamas Ankunft im Daley Center in Chicago war groß. (Bild: Nancy Stone/Chicago Tribune/dpa)

Der ehemalige US-Präsident Barack Obama erschien in seiner Heimatstadt Chicago zum Geschworenendienst vor Gericht – selbstverständlich mit jeder Menge Medienrummel.

Die Einberufung als Jury-Geschworener vor Gericht kann prinzipiell jeden volljährigen US-Bürger treffen – sogar ehemalige US-Präsidenten. Aus diesem Grund erschien Barack Obama am Mittwoch gegen 10 Uhr Ortszeit im Daley Center in der US-amerikanischen Stadt Chicago, um sich zum Geschworenendienst zu melden. Selbstverständlich glich seine Ankunft nicht jener von anderen Geschworenen: Der 56-Jährige kam laut einem Bericht vom „Chicago Tribune“ im schwarzen SUV in die unterirdische Parkgarage, während ein Helikopter seine Ankunft begleitete.

Auf seinem Twitter-Account veröffentlichte „Chicago Tribune“-Journalist Steve Schmadeke ein Foto von der wartenden Journalistenmenge vor dem Gebäude:

Unter großem öffentlichen Interesse begrüßte der Vorgänger des amtierenden US-Präsidenten Trump bei seiner Ankunft die Menschenmenge. Begleitet von Agenten des Secret Service fuhr Obama anschließend mit einem privaten Aufzug, den sonst eigentlich nur Richter nutzen, in den 17. Stock. Dort wurde er vom Chefrichter Timothy Evans begrüßt.

Zahlreiche Geschworene und Passanten fotografierten den Präsidenten mit ihren Handys. (Bild: ASSOCIATED PRESS)

Gut gelaunt präsentierte sich der Ex-Präsident auf dem Weg zum Jury-Zimmer. „Das sieht hier aus wie in Chicago“, kommentierte Obama den mit Plastikstühlen ausgestatteten Raum – und merkte an: „Ich mag das“.
Insgesamt 168 potenzielle Geschworene waren anwesend. Obama zeigte sich volksnah, schüttelte Hände und signierte mitgebrachte Bücher. Handyfotos und Videos ließ er laut „Chicago Tribune“ zu, wollte aber nicht für gemeinsame Selfies mit den anderen Jury-Mitgliedern posieren.


Schlussendlich musste Obama dann aber doch nicht zum Geschworenendienst antreten. Pro Jury werden sechs bis 23 Geschworene benötigt, in die Auswahl kommen jedoch deutlich mehr. Auch seinen Vorgänger George W. Bush ereilte ein ähnliches Schicksal: Dieser wurde 2015 von einem Gericht im texanischen Dallas als Geschworener vorgeladen, aber ebenfalls nicht ausgewählt.


Als Aufwandsentschädigung stehen Obama – wie jedem US-Bürger in Chicago in einem solchen Fall – 17,20 US-Dollar (14,83 Euro) zu. Diese will Obama allerdings nicht annehmen.