NVIDIA punktet mit Drohnen – und der künstlichen Intelligenz für die Lieferdrohnen im Einzelhandel

Motley Fool Investmentanalyst

NVIDIA (WKN:918422) ist auf dem richtigen Weg, besser gesagt auf der Startbahn, um den Bereich für kleine unbemannte Flugobjekte, auch Drohnen genannt, zu erobern. Der Grafikchip-Spezialist hat vergangenen Monat zwei beachtliche Fortschritte in diesem Bereich erzielen können.

Das ist eine großartige Nachricht für die Investoren, denn der Bereich Drohnen wächst sehr schnell. Das Forschungsunternehmen Gartner schätzt, dass der globale zivile Drohnenmarkt im vergangenen Jahr um 36 % auf 4,5 Milliarden US-Dollar angewachsen ist. Es wird allgemein erwartet, dass er im kommenden Jahrzehnt explodieren wird, da Unternehmen zunehmend Drohnen für Lieferungen, industrielle Inspektion und landwirtschaftliche Zwecke sowie Unterhaltung, Sicherheit und andere Zwecke einsetzen werden.

Viele Investoren scheinen aber noch nicht auf dem Radar zu haben, dass zusammen mit selbstfahrenden Autos und LKWs die GPUs von NVIDIA auch für Drohnen benutzt werden können.

Hier ist alles, was du dazu wissen solltest.

Die Lieferung per Drohne kommt – und NVIDIA ist bereit, damit Profit zu machen

Der chinesische E-Commerce-Gigant JD.com hat sich für den AI-Supercomputer Jetson von NVIDIA entschieden. Der Name ist Programm, ist er doch eine Anlehnung an die klassische Science-Fiction-Cartoonserie Die Jetsons. NVIDIAs CEO Jensen Huang verkündete die Zusammenarbeit auf einer Tech-Konferenz in Peking.

Diese Partnerschaft bietet NVIDIA eine große Chance, denn JD.com es nach Alibaba der zweitgrößte Online-Händler auf dem schnell wachsenden chinesischen Markt. Außerdem ist das Unternehmen zu 12,1 % an Wal-Mart beteiligt und erhöht diesen Anteil ständig. Das legt nahe, dass, wenn JD.com mit den Produkten von NVIDIA zufrieden ist, der weltgrößte Einzelhändler in Zukunft die künstliche Intelligenz des Unternehmens für seine Drohnenlieferungen nutzen könnte.

Das Innovationslabor von JD.com namens JD X hat zwei Lieferfahrzeuge entwickelt. Der JDrover ist ein Roboter mit Vierradantrieb, den JD X auf einem Universitätscampus für die sogenannten Last-Mile-Lieferungen testet. Die JDrone wird in einem Pilotprogramm in mehreren chinesischen Provinzen getestet, darunter auch Peking, um den Einsatz für Lieferungen, Anwendungen im Bereich Agrar, Suche und Rettungsmissionen zu testen. Das Labor schätzt, dass in den nächsten fünf Jahren mehr als eine Millionen Drohnen zum Einsatz kommen werden.

Dank Jetsons hoher Leistung, niedrigem Stromverbrauch, kleinem Formfaktor und fortschrittlichen Sehfähigkeiten verfügen die JDrones über beeindruckende Fähigkeiten.

Sie können derzeit mit bis zu 100 Stundenkilometern oder etwa 62 Meilen pro Stunde fliegen und Pakete mit einem Gewicht von bis zu 30 Kilogramm bzw. 66 Pfund ausliefern. Die ersten Testergebnisse waren fantastisch: JD.com konnte seine Logistikgebühren in ländlichen Gebieten um 70 % senken, was für E-Commerce-Unternehmen aufgrund der schlechten Verkehrsinfrastruktur eine Herausforderung darstellt.

Laut Branchenbeobachtern soll es innerhalb des nächsten Jahrzehnts oder sogar früher alltäglich sein, Drohnen mit Paketen durch die Lüfte fliegen zu sehen. Trotz einiger Herausforderungen verspricht die super schnelle Lieferung, mit der einige Verbraucher ihre Online-Bestellungen per Drohne entgegennehmen können, eine beliebte Liefermethode zu werden. Amazon wirbt z. B. dafür, dass der Drohnendienst Pakete mit einem Gewicht von bis zu 5 Pfund innerhalb von 30 Minuten ausliefern kann – sobald es die Vorschriften erlauben, Prime Air einzuführen.

Ein Vertrag mit GE Venture und das Potenzial von 40 Milliarden US-Dollar

Anfang letzten Monats gaben NVIDIA und Avitas Systems, ein Tochterunternehmen von General Electric (WKN:851144), bekannt, dass Avitas NVIDIAs künstliche Intelligenz einsetzen werde, um den Einsatz von Drohnen und anderen Robotern für industrielle Inspektionen zu optimieren.  Avitas setzt den Supercomputer DGX-1 AI von NVIDIA für die Schulung und Inferenzierung im Rechenzentrum ein. Da manchmal keine Verbindungen zu Datenzentren mit hoher Geschwindigkeit gegeben sind, wird die DGX-Station von NVIDIA direkt am Ort der Inspektion eingesetzt, um von den Videos und Bildern, die von den Drohnen und anderen Robotern zur Verfügung gestellt werden, Inferenzen herzustellen.

“Die Verwendung unserer neuesten DGX-Systeme, um Roboter zu trainieren und industrielle Defekte besser vorhersagen zu können, erhöht die Sicherheit der Mitarbeiter, schützt die Umwelt und führt zu erheblichen Kosteneinsparungen für Unternehmen”, schrieb Jim McHugh, General Manager von DGX Systems, im Unternehmensblog.

Berichten zufolge geben Industrieunternehmen weltweit pro Jahr etwa 40 Milliarden US-Dollar aus, um ihre Anlagen zu inspizieren. Einige ausgewählte große Unternehmen können sogar mehr als 100 Millionen US-Dollar pro Jahr für Industrie-Inspektionen ausgeben. Natürlich werden Drohnen und andere Roboter den Menschen bei diesen Inspektionen nicht ersetzen können, daher sollte der gesamte ansprechbare Markt bei weniger als 40 Milliarden US-Dollar liegen. Zusätzlich zur Größe ist dieser Markt relativ unflexibel – und das macht ihn so attraktiv. Viele Industrieunternehmen können bei den Inspektionen nicht sparen, ohne Probleme mit den Regulierungsbehörden zu bekommen oder das Risiko von katastrophalen Folgen einzugehen.

Unterm Strich

Drohnen sind nichts Neues. Das Militär benutzt sie schon seit einiger Zeit. Dank mehrerer Faktoren, wie etwa die in den letzten Jahren rapide gesunkenen Kosten und die enorme Verbesserung der künstlichen Intelligenz, werden die Anwendungen für zivile Drohnen expandieren und voraussichtlich sogar explodieren. Grund dafür sind günstigere Vorschriften auf der ganzen Welt und besonders in den USA.

Während die Prognosen für den Drohnenmarkt je nach Quelle recht unterschiedlich ausfallen, geht Gartner davon aus, dass der weltweite Umsatz mit Drohnen für den zivilen Markt bis 2017 um 34 % auf 6 Milliarden US-Dollar steigen und sich bis 2020 auf 1,2 Milliarden US-Dollar fast verdoppeln wird.

Dieser Markt steht zwar noch am Anfang, doch NVIDIA positioniert sich gerade, um von diesem großen Wachstum profitieren zu können.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Amazon und Nvidia.

Dieser Artikel wurde von Beth McKenna auf Englisch verfasst und am 08.10.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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