NVIDIA: Das Geschäft mit Datenzentren wird in China weiter wachsen

Motley Fool beitragende Investmentanalysten

Einer der heißesten Wachstumsmärkte für NVIDIA (WKN:918422) ist derzeit der Markt für Datenzentren. Die gleiche GPU-Technologie (Graphics Processing Unit), die auch für Videospiele verwendet wird, wird nun von Cloud-Service-Providern verwendet, um die Berge von Daten zu verarbeiten, die die Kunden erstellen, darunter Videos, Fotos und Nachrichten, die letztlich auf einem Cloud-Server gespeichert werden. Das Segment konnte im letzten Quartal ein Wachstum von 175 % verzeichnen.

Der Erzrivale Advanced Micro Devices (WKN:863186) hat sich kürzlich dazu entschieden, mit Baidu (WKN:A0F5DE), einem führenden Cloud-Service-Provider in China und einem der wichtigsten Kunden von NVIDIA, zusammenzuarbeiten. Du denkst jetzt vielleicht, dass das NVIDIA schaden wird. Aber das wird es nicht. Tatsächlich ist NVIDIA für Baidu sowie für andere chinesische Tech-Unternehmen immer noch der bevorzugte Chip-Anbieter. Das sollte NVIDIA angesichts der enormen Möglichkeiten in China weitere Vorteile bieten.

Der chinesische Markt für Rechenzentren boomt

Laut Technavio wird der chinesische Markt für Rechenzentren bis 2020 jährlich um 13 % wachsen. Es gibt einige wichtige Entwicklungen, die dieses Wachstum beflügeln.

Der größte Wachstumstreiber ist die chinesische Bevölkerung, die rund 25 % der gesamten Weltbevölkerung ausmacht und noch weiter wächst. Weniger als die Hälfte der 1,3 Milliarden Menschen in China sind aktuell online, und die chinesische Regierung hat es sich zum Ziel gesetzt, jeden einzelnen seiner Bürger innerhalb der nächsten fünf Jahre online zu bringen.

Der chinesische Markt ist bei Rechenzentren unterversorgt. Das hat dazu geführt, dass die Nachfrage nach Datenzentren das verfügbare Angebot übersteigt. China muss 600 Millionen zukünftige Verbraucher vernetzen, deren Daten demnächst auf Servern Platz finden müssen.

Außerdem hat China vor Kurzem ein Gesetz erlassen, das ausländische Unternehmen dazu verpflichtet, lokale Kundendaten in China zu speichern – was zu einer weiteren Nachfrage nach Rechenzentren führen wird. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum Apple plant, sein erstes Rechenzentrum in China zu bauen. Zwei Kunden von NVIDIA, Amazon Web Services und der Cloud-Dienst von Microsoft, sind seit einigen Jahren in China vertreten.

Wo bleibt NVIDIA?

NVIDIA verzeichnet seit mehreren Quartalen ein Umsatzwachstum von mehr als 100 %. Einige könnten argumentieren, dass es leicht gewesen wäre, da NVIDIA auf dem Markt für Rechenzentren keinen wirklichen Konkurrenten hatte. Es schien, dass der einzige Herausforderer AMD mehr darauf konzentriert war, Marktanteile im Bereich CPUs von Intel zurückzugewinnen, als mit NVIDIA im Bereich Datenzentren zu konkurrieren.

AMD hat vor Kurzem seine Bemühungen jedoch verstärkt und angekündigt, dass seine Grafikprozessoren jetzt auch in den Rechenzentren von Baidu eingesetzt würden. Das ist für AMD wichtig, das als GPU-Anbieter für künstliche Intelligenz und Rechenzentren nun größere Glaubwürdigkeit genießt.

Einige Monate vor der Ankündigung von AMD kündigte NVIDIA eine Partnerschaft mit Baidu an, die weitaus umfassender ist als jene mit AMD. Anfang Juli kündigte Baidu an, dass die neuen auf Volta-Grafikprozessoren von NVIDIA jetzt in der Baidu-Cloud eingesetzt werden würden. Darüber hinaus setzt Baidu die DRIVE PX-Technologie von NVIDIA für sein autonomes Fahrprogramm ein, bei dem Baidu mit den großen chinesischen Automobilherstellern zusammenarbeitet. Baidu wird die Volta-Grafikprozessoren auch für seine Deep-Learning-Initiative einsetzen und mit NVIDIA zusammenarbeiten, um ein Konversationssystem mit künstliche Intelligenz zu schaffen.

Darüber hinaus rüsten die Alibaba Group, Tencent Holdings und Baidu, drei der größten Anbieter von Rechenzentren in China, ihre Rechenzentren mit den neuen Volta-GPUs von NVIDIA auf. Diese sollen im Vergleich zu den Pascal-GPUs eine fünfmal höhere Leistung bieten. Insgesamt bietet der neue Volta-basierte V100 GPU eine äquivalente Leistung von 100 CPUs im Bereich Deep Learning.

NVIDIA ist in China gut positioniert

AMD ist in letzter Zeit wieder auf Kurs, aber es ist klar, dass NVIDIA immer noch der bevorzugte Partner der größten chinesischen Tech-Unternehmen ist.

NVIDIA schätzt den Markt für Rechenzentren bis zum Jahr 2020 auf 30 Milliarden US-Dollar. Angesichts der Tatsache, dass der Umsatz in diesem Bereich nur 16 % des Gesamtumsatzes von 8,3 Milliarden US-Dollar ausmacht, hat NVIDIA mit diesem Segment langfristig große Vorteile und Wachstumschancen.

Teresa Kersten ist Angestellte von LinkedIn und Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. LinkedIn ist Teil von Microsoft.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Amazon, Apple, Baidu und Nvidia. The Motley Fool hält die folgenden Optionen: Long Januar 2020 $150 Calls auf Apple und Short Januar 2020 $155 Calls auf Apple.

Dieser Artikel wurde von John Ballard auf Englisch verfasst und am 22.10.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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