Die allerletzte Chance

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Julian Brandt schaut nur nach vorne.

"Ich habe mir vorgenommen, nicht mehr über das vergangene Jahr zu sprechen", sagte Brandt nach dem BVB-Trainingsauftakt im Interview mit dem Klub-TV. Schließlich lief die abgelaufene Saison für den 25-Jährigen alles andere als zufriedenstellend.

Zwar kam der Offensivspieler in 45 Pflichtspielen zum Einsatz, aber nur sechs Mal über 90 Minuten. Die magere Bilanz: drei Bundesligatore, zwei Vorlagen und noch ein Treffer im DFL-Supercup. In der Champions League und im DFB-Pokal blieb Brandt ohne Torbeteiligung. (Pokalauslosung: Titelverteidiger BVB muss nach Wiesbaden)

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Neue Chance beim BVB: Brandt will "wieder Gas geben"

Es gehe für ihn jetzt darum, "sowas hinter sich zu lassen und wieder Gas zu geben".

Im Sommer deutete sich zwischenzeitlich ein Abschied an, der FC Arsenal und Lazio Rom wurden als potenzielle Interessenten gehandelt. Doch Brandt will es in seinem dritten Jahr beim BVB doch noch mal wissen und sich durchbeißen. Seine Hoffnungen ruhen dabei auf dem neuen Trainer Marco Rose.

"Man spürt extrem, wie viel Lust er auf den Verein und die Mannschaft hat. Dass er aber auch extrem fordernd ist, hat man auch gemerkt", sagte Brandt, der im Großen und Ganzen einen sehr guten Eindruck vom Nachfolger von Interimstrainer Edin Terzic hat. Und Brandt betonte: "Das macht Lust auf mehr. Mehr Training und mehr Schweiß!"

BVB-Manager Zorc erwartet Leistungssteigerung von Brandt

Markige Worte, denen der Ex-Leverkusener, der vor drei Jahren für 25 Millionen Euro nach Dortmund kam und noch bis 2024 vertraglich gebunden ist, nun Taten folgen lassen muss. Sein Marktwert wurde zum Zeitpunkt seines BVB-Wechsels auf das Doppelte geschätzt, mittlerweile liegt er laut transfermarkt.de nur noch bei 20 Millionen Euro. Immerhin: Durch den bevorstehenden Abgang von Jadon Sancho zu Manchester United hat Brandt in der Offensive einen Konkurrenten weniger.

"Es macht total Sinn, dass sich Julian unter dem neuen Trainer beweisen kann", sagte Manager Michael Zorc der Bild - und erhöhte gleichzeitig den Druck auf Brandt: "Er ist ein guter Typ, hat unglaubliches Potenzial. Ich erwarte von ihm allerdings eine Leistungssteigerung. Und dass er dieses Potenzial kontinuierlich abruft!"

Der EM Doppelpass mit Uli Hoeneß, Stefan Effenberg und Mario Basler am Sonntag ab 11 Uhr im TV auf SPORT1

Brandt verfügt über eine überragende Technik, kann mit schnellen Dribblings gegnerische Abwehrreihen auseinanderhebeln und an guten Tagen mit seinen Ideen den Unterschied ausmachen.

Kritik an Brandts Einstellung

Auf 35 Länderspiele brachte es Brandt bislang. Doch seine Nicht-Berücksichtigung bei dieser EM kam nach seiner schwachen Saison keineswegs überraschend. Zumal ihm immer wieder mangelndes Zweikampfverhalten vorgeworfen wird. Der schon in Leverkusen teilweise als Phlegmatiker verschriene Brandt zeigte zuletzt auch in Dortmund allzu wechselhafte Leistungen.

Seine Einstellung war gab manchen schon früher Anlass zu Kritik. (Der neue Spielplan der Bundesliga)

Der ehemalige DFB-Trainerausbilder Frank Wormuth trainierte Brandt einst in der U20-Nationalmannschaft. "Julian war schon damals ein überragender Kicker, seine Einstellung bei uns fand ich aber nicht so überragend", sagte Wormuth, mittlerweile Trainer des niederländischen Erstligisten Heracles Almelo, im Interview mit Spox und Goal.

Brandt will dürftige BVB-Bilanz aufbessern

Dass Brandt beispielsweise bei der Junioren-WM in Neuseeland 2015 mitspielen wollte, "die Vorbereitungsspiele aber absagte, war mir ein Dorn im Auge. Bei der WM selbst hat er dann leider nicht den Unterschied gemacht. Ich bin von seiner fußballerischen Qualität absolut überzeugt, meine Erfahrung mit ihm war aber nicht gut", sagte Wormuth.

In Dortmund will Brandt jetzt jedenfalls seine zuletzt so dürftige Bilanz aufbessern.

"Für Fußballer ist es natürlich am wichtigsten, Tore zu schießen und zu gewinnen. Das steht über allem", schilderte er seine Vorsätze für die neue Saison. "Und einfach ein paar gute Spiele abzuliefern."

Ob das für eine langfristige Zukunft in Dortmund reicht, wird sich zeigen.

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