Nur wenige Bankkunden nutzen gestärkte Rechte zum Kontowechsel

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nur wenige Bankkunden in Deutschland nehmen die vor einem Jahr gestärkten Verbraucherrechte zum Anlass für einen Kontowechsel. Von 2052 repräsentativ Befragten haben in den vergangenen zwölf Monaten nur rund neun Prozent ihre Hauptbankverbindung geändert, wie das Meinungsforschungsinstitut YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur herausfand. Und von den Kontowechslern gaben nur 24 (gut 1 Prozent) an, die Neuregelung habe dabei eine Rolle gespielt.

Nach den verschärften Vorgaben, die seit dem 18. September 2016 gelten, muss das neue Institut ein- und ausgehende Überweisungen sowie Lastschriften des alten Kontos übernehmen. Die bisherige Bank hat dazu dem neuen Institut und dem Kunden eine Liste der Aufträge der vorangegangenen 13 Monate zu übermitteln. Nach spätestens zwölf Geschäftstagen soll das neue Konto fertig eingerichtet sein. Die Regelungen sind Teil des Zahlungskontengesetzes, mit dem eine EU-Richtlinie in deutsches Recht umgesetzt wird.

Wer sich eine neue Bank gesucht hat, begründet das in der YouGov-Umfrage vor allem mit einem besseren Preis-Leistungs-Verhältnis (67 Prozent) und einem dichteren Netz an Geldautomaten (27 Prozent) beim neuen Institut. Auch bessere Erreichbarkeit vor Ort beziehungsweise per Telefon und E-Mail ist ein Wechselgrund (je 14 Prozent).