Kroos: "Die hampeln ja jetzt schon rum wie der Griezmann"

SPORT1
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Während Real-Boss Florentino Perez für eine Superliga kämpft, hält Toni Kroos nichts von den Plänen. Auch zu den Torjubeln der Fußballer hat er eine klare Meinung.

Dass Real Madrids Präsident Florentino Perez schon lange von einer europäischen Superliga träumt, ist kein Geheimnis. Der Boss der Königlichen führte laut der New York Times deshalb auch schon mehrere Gespräche mit FIFA-Präsident Gianni Infantino.

Zuletzt hatte Spaniens Liga-Chef Javier Tebas den Real-Macher attackiert, nachdem Barcas Ex-Präsident Josep Bartomeu die Pläne für die Superliga nach seinem Rücktritt verraten hatte. "Bartomeu wurde von Florentino geleitet. Das ist, was ich glaube. Diese Liga ist ein Traum vom Real-Präsidenten seit langer Zeit."

Starke Kritik an diesen Plänen kommt pikanterweise nun auch aus dem eigenen Verein - von Toni Kroos. Der deutsche Nationalspieler lehnt den neuen Wettbewerb, in dem nur die besten europäischen Vereine antreten sollen, kategorisch ab.

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Toni Kroos: "Wir sind nur die Marionetten"

"Wir entscheiden sowas als Spieler ja leider nicht. Wir sind nur die Marionetten von FIFA und UEFA. Wenn es eine Spielergewerkschaft geben würde, dann würden wir auch keine Nations League oder keinen spanischen Supercup in Saudi-Arabien spielen", sagte der Weltmeister in der neuen Folge seines Podcasts "Einfach mal Luppen" mit seinem Bruder Felix.

Der Star von Real fügte an: "Bei diesen Wettbewerben geht es darum, alles finanziell herauszusaugen. Ich bin aber großer Fan, Dinge so zu lassen wenn sie gut sind. Die Ligen sind gemeinsam mit der Champions League, der WM und der EM schon Top-Produkte."

Kroos geht auf Konfrontationskurs mit seinem eigenen Klub-Boss. "Sportlich wäre es sicher interessant, weil es nur Topspiele gibt. Die Einschaltquoten wären gut. Aber die Kluft zwischen den großen und den kleineren Vereinen geht dadurch noch weiter auseinander." Der 30-Jährige fügte an: "Es kann nicht immer noch höher, schneller, weiter und noch mehr Geld machen heißen."

Sein Bruder Felix, aktuell Stammspieler bei Zweitligist Eintracht Braunschweig, meinte dazu: "Hat das einen Wert, diese Super Liga zu gewinnen - oder die Nations League? Die Tradition ist doch am wichtigsten. Jeder kennt den Weltmeister 1954 aber keiner den Sieger der letzten Nations League. Es geht wieder nur ums Geld. Ich habe aber Sorge, dass die Liga irgendwann kommen wird."

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Toni Kroos gegen Masken-Jubel

Auch extravagante Torjubel sind nicht nach dem Geschmack von Toni Kroos.

"Wenn es einstudierte Tänze oder Choreographien gibt, finde ich das albern. Jubel mit Masken, da hört es bei mir auf. Das ist kein gutes Vorbild für die Jugend. Will man bei der U15 sehen wie sich da Leute eine Maske aufsetzen?", fragte Toni Kroos und fügte hinzu: "Die hampeln ja manchmal jetzt schon herum wie der Griezmann." Kroos ist bekannt nach seinen Treffern sehr zurückhaltend zu jubeln.

Der Weltmeister verriet auch seine Lieblingszeremonie. "Süß fand ich immer Gerd Müller. Der ist einfach ein bisschen hochgesprungen mit der Hose bis über die Oberschenkel gezogen. Das war echte Freude. Aber der Rest ist doch nichts."

Da widersprach sein jüngerer Bruder Felix: "Ach das ist doch quatsch. Es hat einem Spieler ja nicht geschadet, vorher an den Jubel zu denken, wenn er das Tor gemacht hat. Ich würde es auch nicht machen, aber das sollen die Leute doch machen."