Nur für Frauen? Jetzt will ein Mann als „Body Positivity“-Vorbild durchstarten

Ryan Dziadul will Männer in den Fokus von Body Positivity rücken. (Bild: Instagram/ extraextrastyle)

Selbstliebe lernen – das ist das Motto der „Body Positivity“-Bewegung. Die Bilder von fülligen Frauen, die zu ihren Kurven und vermeintlichen Makeln stehen, gehen regelmäßig um die Welt – doch männliche Vorbilder sind rar.

Der New Yorker Ryan Dziadul will genau das ändern. Vor anderthalb Jahren startete er sein Instagram-Profil, um auch Plus-Size-Männern Inspiration zu bieten. „Ich habe realisiert, dass es für Frauen, die sich mit Körperproblemen auseinandersetzen, Ressourcen gibt. Aber es schien, als gäbe es keinen Raum für Männer, um über ‚Body Positivity’ zu reden und deren Stil zu zelebrieren. Also habe ich entschieden, diese Ressource selbst zu kreieren“, erzählte der Instagrammer gegenüber „Yahoo Style“.


Seine Intention ist es, anderen Männern, die mit ihrem Aussehen und Körper unzufrieden sind, zu helfen. Denn auch Dziadul selbst hat lange gebraucht, um sich so zu akzeptieren, wie er ist. „Jahrelang war es mir allein schon peinlich, meine Kleidergröße auszusprechen“, offenbarte er. Lange traute sich der Amerikaner deswegen nicht, in Geschäften Hilfe von Verkäufern anzunehmen. „Es wurde mir zu viel. Ich habe mich dafür entschieden, Frieden zu schließen. Ich war noch nie eine schmale Person und werde es wohl nie sein.“

Das Pflegen seines Instagram-Profils habe mit der Zeit nicht nur anderen geholfen, sondern auch ihm selbst. Vor allem die positiven Nachrichten seiner Fans stärkten das Selbstbewusstsein des Bloggers. Und so wagte er den nächsten Schritt: „Ich habe anderthalb Jahre gebraucht, aber ich habe nun ein oberkörperfreies Foto gepostet. Es geht also immer voran.“


Nun will er dafür kämpfen, dass in den Medien sowohl über Frauen als auch Männer der „Body Positivity“-Bewegung berichtet wird. „Wir sind alle Menschen und dieses Thema bezieht sich nicht nur auf ein Geschlecht“, findet er. „Ashley Graham bekommt jeden Monat eine Seite in der ‚InStyle’. Aber ich sehe nicht, dass Männern so etwas passiert. Die einzigen Nicht-Models in der ‚GQ’ sind professionelle Athleten. Ich sehe niemals jemanden in den Medien, der so aussieht wie ich.“

Auch von Designern und anderen Modeketten wünscht sich Dziadul mehr Offenheit, was die männlichen Kunden angeht. Momentan fehlt ihm die Auswahl an Klamotten für füllige Modeliebhaber. „Männer – und dicke Männer – haben Geld und wollen es ausgeben“, so der New Yorker. „Jeder will gut aussehen, egal welche Größe er oder sie hat. Einzelhändler sollten es mir nicht so schwer machen, mein Geld auszugeben.“