Nur für Türkei-Rennen: McLaren modifiziert sein F1-Auto

Stefan Ehlen
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Kein Update im eigentlichen Sinn, aber eine notwendige Anpassung: McLaren-Technikchef James Key hat angekündigt, dass sein Rennstall den aktuellen MCL35 nur für das Formel-1-Rennen in der Türkei umbauen wird. Der Grund: die speziellen Anforderungen der Strecke bei Istanbul.

Key erklärt: "In der Türkei werden wir leicht veränderte Komponenten einsetzen, aufgrund der dort auftretenden Belastungen." Details dazu nennt er nicht, vermutlich aber verweist Key mit diesen Aussagen auf die Radaufhängung des McLaren-Autos.

Istanbul, wo die Formel 1 zwischen 2005 und 2011 sieben Türkei-Grands-Prix ausgetragen hat, ist nämlich vor allem bekannt für die schnelle Kurve 8 mit vier Scheitelpunkten. Dort herrscht die größte Querbeschleunigung auf der gesamten Strecke, entsprechend anspruchsvoll ist diese Passage für Aufhängung und Reifen.

Bloß das Auto nicht überlasten!

Und entsprechend sorgfältig bereitet sich McLaren darauf vor, meint Key: "Wir leisten viel Vorarbeit durch unsere Simulationen. Damit lassen sich Schätzwerte gewinnen für Reifenbelastung, Motorleistung, Flügeleinstellungen, Set-up-Möglichkeiten."

"Außerdem kann man sich natürlich historische Daten ansehen, zum Beispiel für die Nutzung von Randsteinen und dergleichen. Es gibt also sehr viele Dinge, mit denen man sich befassen kann, bevor man sich für ein Set-up als Ausgangslage entscheidet."

Ferrari SF1000: Diffusor
Ferrari SF1000: Diffusor

Wichtig sei bei all diesen Überlegungen, dass dem Fahrzeug auf der Strecke nicht zu viel zugemutet werde, weil sonst Defekte auftreten könnten: "Bei den üblichen Strecken im Kalender kennt man die entsprechenden Werte schon, aber bei neuen Strecken, da könnte es andere Situationen geben", sagt Key. "Das muss man im Hinterkopf haben."

Imola: Set-up muss schon vorher stehen

Eine ähnlich gewissenhafte Vorbereitung sei auch beim verkürzten Imola-Wochenende der Schlüssel zum Erfolg. Dort fällt der Formel-1-Freitag aus, gefahren wird erst ab Samstag.

"Wir hatten ja schon etwas Übung dafür beim vergangenen Rennwochenende", meint Key mit Blick auf den Eifel-Grand-Prix am Nürburgring, wo Schlechtwetter das Freitagstraining verhindert hat.

"Das", so sagt Key, "war wahrscheinlich in vielerlei Hinsicht eine gute Lektion, wie wir uns auf Imola einstellen müssen. Wir kennen die Strecke, waren aber länger nicht dort, und schon gar nicht mit den modernen Fahrzeugen."

Umso eine größere Rolle spiele dort die virtuelle Vorbereitung vorab, meint der McLaren-Technikchef. Key weiter: "Vor Ort musst du es dann einfach halten, damit du die Samstagseinheit gut für die Vorbereitung auf Qualifying und Rennen nutzen kannst. Das Ziel ist also, ein gutes Set-up zu haben, mit dem man sofort richtig loslegen kann."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.